
Nach dem erfolgreichen Einzug ins Top Four wurde man in der Bundesliga wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Alles, was man in Vechta gesehen hatte – Emotionen, Kampfgeist, füreinander einstehen und den unbedingten Willen zu gewinnen – fehlte am Samstag. Doch zunächst zurück zum Beginn der Partie.
Der Start in der Offensive war stark, fast jede Aktion führte zu Punkten. Doch auch Bamberg traf nach Belieben, und schnell wurde klar, dass dieses Spiel nur über die Defensive zu gewinnen sein würde. Zur Halbzeit stand es 52:48, und beide Mannschaften überzeugten mit starken Quoten. Mit 59 % aus dem Feld und sogar 63 % von der Dreierlinie lag Oldenburg leicht vor Bamberg, das mit 53 % aus dem Feld und 47 % Dreiern ebenfalls sehr effizient agierte.
In das dritte Viertel startete Bamberg mit deutlich höherer Intensität und einer klareren Idee in der Verteidigung. Sie hielten Oldenburg bei nur 16 Punkten und nutzten gleichzeitig die weiterhin schwache Defensive der Baskets aus, um mit einer 71:68-Führung ins letzte Viertel zu gehen.
Trotz der defensiven Probleme blieb Oldenburg noch bis Anfang des vierten Viertels im Spiel. Doch anschließend häuften sich Ballverluste und schwere Abschlüsse, sodass am Ende eine deutliche 89:103-Niederlage stand.
Die Defensive
Schon vor dem Spiel war man gewarnt: Bamberg trifft stark von außen und verfügt über eine gefährliche Offensive. Dennoch gab Oldenburg häufig offene Dreier ab, weil zu oft von den starken Schützen weggeholfen wurde – so standen Spieler wie Ibi Watson wiederholt völlig frei in der Ecke. Er war von den EWE Baskets schlicht nicht zu stoppen und zeigte mit 21 Punkten bei 69,2 % aus dem Feld eine herausragende Leistung.
Auch einfache Pick-and-Roll-Situationen führten regelmäßig zu leichten Punkten am Korb, da die Oldenburger Center oft zu spät in ihre Position zurückkehrten oder den Pass in die Zone nicht unterbinden konnten.
Alles in allem hat Oldenburg Bamberg zu viele leichte Punkte ermöglicht und konnte den offensiven Rhythmus der Franken nie wirklich unterbrechen.
Brian Fobbs

Immer wieder spielt Brian Fobbs weit über 30 Minuten – so auch gestern gegen Bamberg. Dieses Mal stand er sogar fast 35 Minuten auf dem Feld und saß in der zweiten Halbzeit keine einzige Sekunde auf der Bank. Dabei stellt sich die Frage, ob das wirklich effektiv ist. Denn bei dieser hohen Belastung merkt man ihm zunehmend Unkonzentriertheiten und leichte Fehler an. Es wäre interessant zu sehen, ob er mit etwas weniger Spielzeit vielleicht effizienter agieren könnte.
Zumal auf den Positionen zwei und drei mit Tischler, Woodard und Tucker genügend Spieler zur Verfügung stehen, die Fobbs im Laufe der Partie dringend benötigte Pausen ermöglichen könnten. Das könnte auch zu einer verbesserten Verteidigung gegen die Gegenguards führen, wenn man immer wieder ausgeruhte Spieler einsetzt.
Außerdem muss Fobbs gelegentlich die Rolle des Point Guards übernehmen – und wirkt dabei häufig überfordert. In diesen Situationen enden die Angriffe meist in einer Isolation, die zu einem schweren Wurf oder einem schwierigen Zug zum Korb führt.
Ausblick
Schon zum zweiten Mal in dieser Saison wurde die Chance verpasst, nach einem emotional wichtigen Sieg die Wende zu schaffen. Stattdessen wirkte die Mannschaft am Samstag erneut verunsichert und überhaupt nicht in der Lage, den im Spiel gegen Vechta gezeigten Willen zu gewinnen erneut abzurufen.
Es bleibt spannend zu beobachten, ob und was in den kommenden Tagen an der Maastrichter Straße passiert. Durch die Länderspielpause haben die Baskets nun fast zwei Wochen Zeit, sich auf das nächste Spiel in Würzburg am 5. Dezember um 20 Uhr vorzubereiten.