Die letzten fünf Ligaspiele dürften bei den Oldenburgern nicht gerade für gute Laune gesorgt haben. Lediglich zwei dieser Partien konnten gewonnen werden, zudem offenbarte das Team immer wieder deutliche Schwächen in der Defensive – eigentlich ein Baustein, auf den Trainer Lazar Spasić großen Wert legt.
Nun wartet ausgerechnet mit Würzburg ein starker Gegner, der aktuell auf Platz sechs steht. In dieser Saison trafen beide Teams bereits zweimal aufeinander – mit unterschiedlichen Ausgängen. Im ersten Duell, dem Achtelfinale im Pokal, setzte sich Oldenburg in einem defensiv geprägten Spiel knapp mit 61:60 durch und zog in die nächste Runde ein. Viele Fans hofften damals, dass dieser Erfolg den Wendepunkt der Saison markieren könnte.
Doch dieser Umschwung blieb aus. Im zweiten Aufeinandertreffen Mitte Dezember setzte es eine Niederlage, die schließlich zur Trennung von Pedrag Krunić führte. Daraufhin übernahm Spasić das Team.
Ausgangslage
Nach der Übernahme zeigte sich Oldenburg zunächst stark verbessert. Unter Spasić gelang in den folgenden zehn Spielen eine beeindruckende Serie, durch die sich das Team vom Abstiegskampf in Richtung Play-In-Plätze vorarbeiten konnte. Doch wie eingangs beschrieben, folgte zuletzt wieder ein Formtief, aus dem es nun herauszukommen gilt.
Die Würzburger hingegen spielen bislang eine erfolgreiche Saison. Mit 14 Siegen belegen sie derzeit Platz sechs und haben gute Chancen auf die direkte Playoff-Qualifikation. In der Basketball Champions League bestritten sie unter der Woche ihr letztes Spiel der Round-of-16-Gruppenphase. Trotz des Ausscheidens gegen starke Gegner wie Badalona und Málaga können sie mit ihrer Leistung durchaus zufrieden sein.
Zusätzlichen Rückenwind dürfte auch die Vertragsverlängerung von Trainer Saša Filipovski geben, der vor rund zwei Wochen bis 2028 verlängert hat.
Keys to win
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Rebounds
Guards
Zweite Halbzeit
Ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg dürfte definitiv die Defensive sein. Dabei ist es besonders wichtig, die Rebounds zu sichern, um sich für gute Verteidigungsarbeit zu belohnen. Gleichzeitig kann dies helfen, besser in den offensiven Flow zu kommen und positive Momente im Spiel zu erzeugen.
Darüber hinaus gilt es, die starken Guards der Würzburger zu kontrollieren und sie zu schwierigen Aktionen zu zwingen. Eine wichtige Rolle könnte dabei Nicho Tischler übernehmen, der voraussichtlich den MVP-Kandidaten Marcus Carr verteidigen wird. Auch die weiteren Guards Davion Mintz und Brae Ivey müssen konsequent gestoppt werden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die zweite Halbzeit. Sowohl gegen Vechta als auch gegen Jena kam es hier zu deutlichen Einbrüchen. Die Oldenburger müssen es schaffen, den Fokus über die gesamte Spielzeit hochzuhalten und auch dann konsequent weiterzuspielen, wenn sie zur Halbzeit in Rückstand liegen.
Ausblick
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Kann dieses Spiel für den erhofften Umschwung sorgen und das Formtief beenden? Und gelingt es den Oldenburgern, sich wieder im Rennen um die Play-In-Plätze zu etablieren? Ein zentraler Faktor wird dabei die Defensive sein – insbesondere im Duell mit den starken Guards der Würzburger.
Seit der letzten Datenanalyse sind fünf weitere Ligaspiele vergangen. Anlass genug für einen erneuten Blick auf die Zahlen. Insgesamt stehen nun 15 Ligaspiele unter Lazar Spasić zu Buche. In diesem Artikel vergleiche ich die ersten zehn Partien unter ihm mit den darauffolgenden fünf Spielen.
Die jüngste Phase verlief dabei deutlich weniger erfolgreich. Während die Mannschaft in den ersten zehn Spielen unter Spasić noch acht Siege einfahren konnte, sind es in den letzten fünf Spielen nur noch zwei.
Die Defensive
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Lazar Spasić betont in Interviews immer wieder, dass alles mit der Defensive beginnt und daraus die Offensive entstehen soll. Bereits vor etwa eineinhalb Monaten sagte er, dass man offensiv durchaus einen schlechten Tag erwischen könne – wenn die Defensive jedoch stabil steht, könne man dennoch Spiele gewinnen.
In den letzten fünf Ligaspielen zeigten die Oldenburger in dieser Hinsicht jedoch deutliche Probleme. Im Schnitt kassierten sie 91,2 Punkte bei einem Defensivrating von 125,3. Viele Spieler verschlechterten sich in diesem Zeitraum individuell im Defensivrating. So lag beispielsweise Chris Clemons zu Beginn unter Spasić noch bei starken 105,1, kommt in den letzten fünf Spielen jedoch nur noch auf 121,9. Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei Nicho Tischler und Brian Fobbs zu beobachten.
Auch die im Pokal-Halbfinale von Lazar Spasić zum ersten Mal eingeführte Zonenverteidigung brachte nicht den gewünschten Erfolg. In den darauffolgenden beiden Partien verzichteten die Oldenburger daher wieder auf dieses Mittel. Insgesamt gelingt es den Gegnern aktuell zu häufig, den Ball zu leicht zu bewegen und dadurch offene Würfe zu kreieren – sei es unter dem Korb oder von der Dreierlinie.
Ein weiteres massives Problem ist das Rebounding in der Defensive. Immer wieder gibt es Sequenzen, in denen die Oldenburger zunächst stark verteidigen, den Ballbesitz am Ende jedoch nicht durch einen Rebound sichern können. Solche Situationen sind ein großer Vorteil für das angreifende Team, da die Defensive in diesem Moment oft unsortiert ist. Häufig resultieren daraus direkte Abschlüsse am Korb oder Kick-out-Pässe für einfache Würfe von außen.
In den ersten zehn Spielen lag die Defensiv-Reboundquote der Oldenburger noch bei 65,6 Prozent. In den letzten fünf Partien sank dieser Wert jedoch um nahezu zehn Prozentpunkte auf 56,3 Prozent.
Ein klarer Ansatzpunkt also, an dem die Oldenburger arbeiten müssen, um sich für eigentlich gute Defensivsequenzen auch entsprechend zu belohnen.
Die Offensive
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Auch in der Offensive zeigt sich ein ähnliches Bild. Während die Oldenburger in den ersten zehn Ligaspielen unter Spasic noch eine der besten Offensiven der Liga stellten mit einem Rating von 123,7, sind sie in den letzten fünf Ligaspielen mit einem Wert von 108,3 ins untere Tabellendrittel abgerutscht.
Aktuell fehlt es vor allem an Ballbewegung aus der Bewegung heraus. Die Gegner haben sich darauf eingestellt und schaffen es zunehmend, Passwege zuzustellen. Ein gutes Beispiel ist das Anspiel in den Post. Hier hatten die Oldenburger zuletzt vermehrt Probleme, den Ball überhaupt dorthin zu bringen. Stattdessen entstehen Turnover oder es gelingt nicht, den gewünschten Vorteil zu kreieren.
Darüber hinaus haben die Oldenburger Schwierigkeiten, freie Mitspieler zu finden. In der Folge enden einige Angriffe in Isolationen. Erschwerend kommt hinzu, dass in Phasen, in denen es ohnehin nicht läuft, selbst gut herausgespielte offene Würfe nicht fallen.
Ein Blick auf die Assistzahlen unterstreicht diese Entwicklung. In den ersten zehn Spielen kamen die Oldenburger noch auf 16,8 Assists pro Partie bei einer Assistquote von 51,5 Prozent. In den letzten fünf Spielen sind es nur noch 12,4 Assists und eine Quote von 47 Prozent.
Hier wird das Team im Training sicherlich ansetzen müssen, um wieder bessere Wege zu finden, sich offensiv Vorteile zu erarbeiten.
Michale Kyser
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Auch in diesem Artikel möchte ich einen Spieler besonders hervorheben. In diesem Fall ist es Michale Kyser. Er bestritt in den letzten fünf Ligaspielen zwar nur vier Partien, da er angeschlagen gegen Ulm pausieren musste, dennoch sticht sein Einfluss deutlich hervor.
Kyser ist der einzige Oldenburger Spieler, der in diesem Zeitraum ein positives Net Rating aufweist. Er kommt auf ein Offensivrating von 107,5 sowie ein Defensivrating von 105,7. Zudem holt das Team mit ihm auf dem Feld 63,4 Prozent der defensiven Rebounds, was ebenfalls den Bestwert im Team darstellt.
Das zeigt klar, welchen positiven Einfluss er auf das Spiel hat. Gleichzeitig könnte es ein Hinweis darauf sein, dass hinter ihm ein zweiter Center fehlt, der ihn in den Minuten ohne ihn auf dem Feld adäquat vertreten kann. Daher bleibt zu hoffen, dass Filip Stanic möglichst bald zurückkehrt.
Die Liga
Schaut man sich das offensiv und defensiv Rating der letzten 5 Liga Spiele der BBL an, so findet man die Oldenburg in dem im unteren linken Bereich wieder, was für eine schwache Defensive und auch schwache Offensive steht. In den letzten beiden Statistiken Artikeln standen die Oldenburger noch in dem oberen rechten Bereich, ein Ziel an dem die Mannschaft arbeiten sollte, dort wieder reinzukommen und damit sich auch in eine gute Ausgangslage um die Play-Ins zu bringen.
Ausblick
Es bleibt zu hoffen, dass sich die Baskets lediglich in einem Formtief befinden und sich hier kein negativer Trend abzeichnet. Die Chance, genau das zu beweisen und zu alter Stärke zurückzufinden, bietet sich bereits am Sonntag um 16:30 Uhr im Spiel gegen Würzburg. Diese Partie kann im Kampf um die Play-Ins noch einmal einen wichtigen Impuls geben.
Ein Spiel, über das man am liebsten gar nicht schreiben möchte und daher werde ich mich auch kurz halten.
Noch Mitte des zweiten Viertels lagen die Oldenburger mit sieben Punkten vorne, und auch zur Halbzeit waren die Baskets nur zwei Punkte im Rückstand. Was dann nach der Pause passierte, war alles andere als gut. Sowohl defensiv als auch offensiv fehlte es an Struktur und Intensität. Jena erzielte in den zweiten 20 Minuten ganze 58 Punkte und kratzte damit an der 100-Punkte-Marke, nachdem man zur Halbzeit noch bei 39 Zählern stand. Oldenburg selbst kam in der zweiten Hälfte nur auf 38 Punkte und verlor das Spiel somit deutlich und verdient.
Assists Wieder sind es nur 13 Assists bei 26 Treffern aus dem Feld. Die Offensive stockt aktuell spürbar, was sich auch im Offensiv-Rating der letzten beiden Spiele widerspiegelt. Gegen Frankfurt lag dieses bei 102,6, gegen Jena bei 105,6. Der Ball wird deutlich weniger bewegt, stattdessen entstehen vermehrt Eins-gegen-eins-Situationen, die die Offensive berechenbarer machen.
Michale Kyser Trotz der schwachen Teamleistung möchte ich einen positiven Aspekt hervorheben: Michale Kyser war der einzige Spieler mit einem positiven Plus-Minus-Wert (+3). Das ist bei einer Niederlage mit 22 Punkten durchaus bemerkenswert. Vor allem offensiv setzte er Akzente, mit einem Offensiv-Rating von 122,7. Kyser erzielte 11 Punkte und sicherte sich zudem zwei Offensiv-Rebounds.
Ausblick Jetzt gilt es, das Spiel schnell abzuhaken und im Training gezielt an den defensiven und offensiven Schwächen zu arbeiten. Am Sonntag wartet mit Würzburg bereits der nächste Gegner – ein ernstzunehmender Playoff-Anwärter. Ein Vorbericht folgt.
Am Sonntag konnten die Baskets ein schwaches Spiel gegen Frankfurt am Ende doch noch drehen und als Sieger vom Feld gehen. Entscheidend war dabei ein offensiv starkes letztes Viertel, in dem die Oldenburger 28 Punkte erzielten und so das Spiel noch zu ihren Gunsten wenden konnten.
Ausgangslage
Dennoch dürften die Oldenburger mit der gezeigten Leistung nicht wirklich zufrieden sein. Am Ende standen erneut nur 13 Assists bei gleichzeitig 13 Turnovern auf dem Statistikbogen – ein Trend, der sich bereits durch die letzten Spiele zieht.
Auch bei Jena verliefen die vergangenen Wochen nicht besonders positiv. Zwar verlor Jena gegen Ulm nur knapp, lag zwischenzeitlich jedoch bereits mit 15 Punkten zurück. Gegen Hamburg gelang allerdings ein wichtiger Sieg im Kampf um die Abstiegsplätze, wodurch sich das Team etwas Luft verschaffen konnte.
Vor diesen beiden Spielen setzte es jedoch deutliche Niederlagen: In Vechta verlor Jena mit 64:101 und vor der Länderspielpause gegen München mit 61:106. Besonders das Fehlen von Great Osobor sowie der Abgang von Eric Washington machen sich in der Offensive deutlich bemerkbar. Beide erzielten jeweils rund 16 Punkte pro Spiel und sind daher nur schwer zu ersetzen.
Ein Spieler, der diese Lücke teilweise schließen kann, ist Joe Wieskamp. Er erzielt im Schnitt etwa 14,2 Punkte und sammelt starke 7,8 Rebounds pro Spiel. Auf ihn sollten die Baskets besonders achten – vor allem beim Rebounding auf beiden Seiten des Feldes. Insgesamt gehört Jena als Team beim Rebounding zum oberen Drittel der Liga und holt rund 34 % seiner möglichen Offensivrebounds.
Keys to win
Geschwindigkeit des Spiels kontrollieren
Guards ins Spiel bringen
Rebounds sichern
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Mit Jena trifft Oldenburg auf die zweitschnellste Mannschaft der Liga, wenn man die Pace pro 40 Minuten betrachtet. Zur Erklärung: Die Pace beschreibt die Anzahl der Ballbesitze pro Spielzeit. Beispiel: Ein Team hat 80 offensive und 82 defensive Ballbesitze in 45 Minuten – das entspricht 72 Ballbesitzen pro 40 Minuten.
Die Mannschaft von Björn Harmsen spielt mit einer Pace von 77,2 pro 40 Minuten. Oldenburg agiert dagegen deutlich langsamer und kommt nur auf einen Wert von 73,5. Für die Baskets wird es entscheidend sein, das Tempo zu kontrollieren und sich nicht auf die schnelle Spielweise der Jenaer einzulassen.
Ebenso wichtig wird sein, dass die Guards Chris Clemons und Brian Fobbs früh ihren offensiven Rhythmus finden und dem Spiel gerade in der Offensive ihren Stempel aufdrücken können.
Ein weiteres Thema bleibt das Rebounding, das die Oldenburger bereits die gesamte Saison begleitet. Gerade gegen einen offensiv reboundstarken Gegner wird es entscheidend sein, mit viel Energie das defensive Brett zu sichern.
Ausblick
Um sich weiter eine gute Ausgangsposition im Kampf um die Play-In-Plätze zu erarbeiten, sollten die Baskets das Spiel gegen Jena mit vollem Fokus und hoher Energie von der ersten Minute an angehen. Es bleibt spannend zu sehen, ob den Oldenburgern in Jena der nächste Auswärtserfolg gelingt.
Kurz vor der Schlusssirene jubeln die Oldenburger bereits, denn bei 0,4 Sekunden auf der Uhr verwandelt Brian Fobbs noch einmal zwei Freiwürfe, stellt auf +6 und entscheidet damit das Spiel endgültig. Doch die Partie bot zuvor lange Zeit einige Momente zum Haareraufen.
Gerade der Start in das Spiel war sehr ungewöhnlich. Im ersten Angriff bekam Tomislav Zubcic einen einfachen Korbleger, der nicht fallen wollte, und so setzte sich das auf beiden Seiten zunächst fort, bis die Frankfurter nach etwa vier Minuten erstmals scoren konnten. Kurze Zeit später schafften es dann auch die Oldenburger auf das Scoreboard.
Danach folgten rund 25 Minuten, die eher an die Auswärtsspiele der vergangenen Saison 2024/2025 erinnerten. Viele einfache Ballverluste und auch die offenen Würfe wollten nicht fallen. Man hatte zeitweise das Gefühl, dass ein wenig die Energie und der Wille fehlten, dieses Spiel unbedingt gewinnen zu wollen. So fiel in den ersten 30 Minuten beispielsweise nur ein einziger Dreier.
Sinnbildlich dafür war es ausgerechnet Tomislav Zubčić, der diesen traf und damit gemeinsam mit Michale Kyser die Oldenburger im Spiel hielt.
So gingen die Baskets mit zehn Punkten Rückstand in das letzte Viertel. Auf einmal wollten dann auch die Würfe von außen für die Oldenburger fallen. Die Reaktionen von Brian Fobbs, Chris Clemons und Nico Tischler nach ihren getroffenen Dreiern zeigten, wie erleichtert sie waren, dass die Würfe endlich fielen. Auch im Reboundverhalten war eine deutliche Steigerung zu erkennen, und der Kampf um den Ball wurde intensiver geführt.
Die Frankfurter wirkten zunehmend verunsichert, was die Baskets konsequent ausnutzten und mehrere Steals verbuchen konnten. So ging Oldenburg kurz vor Schluss in Führung und sicherte sich mit einem starken letzten Viertel, das man mit 28:12 gewann, doch noch den Sieg.
Tomislav Zubčić und Michale Kyser
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Wie bereits oben erwähnt, waren es Zubčić und Kyser, die in den ersten 30 Minuten dafür sorgten, dass die Oldenburger im Spiel blieben. Da der Wurf von außen lange nicht fallen wollte, waren es vor allem die beiden, die unter dem Korb für die Punkte sorgten. Beide erzielten jeweils 16 Punkte, wobei Kyser starke 75 Prozent seiner Würfe aus dem Feld traf und Zubčić auf 62,5 Prozent kam.
Auch beim Rebounding sorgten beide für wichtige Stops und zweite Chancen. Kyser holte acht Rebounds, davon drei in der Offensive. Zubcic kam auf vier Defensiv- und zwei Offensivrebounds.
Comeback Sieg
Für das Team von Lazar Spasić gibt es nach diesem Spiel sicher noch einiges aufzuarbeiten. Positiv bleibt jedoch, dass es gelungen ist, eine Partie zu drehen, die über viele Minuten nicht gut lief, und sie am Ende trotzdem noch zu gewinnen. Vielleicht ist das ein wichtiger Push für die kommenden Wochen.
Ausblick
Den Schwung aus dem letzten Viertel gilt es mitzunehmen und gegen Jena von der ersten Minute an mit viel Energie zu agieren. Sollte das Spiel am Mittwoch in Jena gut laufen, wird sich am Ende niemand mehr daran erinnern, wie der Sieg gegen Frankfurt zustande gekommen ist, sondern nur daran, dass er eingefahren wurde.
Nach der Niederlage gegen Vechta wollen die Oldenburger schnell wieder in den Rhythmus finden um in eine gute Ausgangslage im Kampf um die Play-Ins zukommen. Gelegenheit dazu bieten zwei dicht aufeinanderfolgende Auswärtsspiele. Den Auftakt macht die Partie am Sonntag um 15 Uhr in der Süwag Energie ARENA, wenn die Oldenburger bei den Skyliners Frankfurt zu Gast sind.
Ausgangslage
Für die Frankfurter gilt Ähnliches, wie für die Oldenburger im Kampf um die Play-Ins. Auch sie wollen mit einer Niederlage nicht den Anschluss an die Play-Ins verlieren. Momentan stehen die Frankfurter auf Platz 12 mit ebenfalls 10 Siegen, allerdings einer Niederlage mehr als die Oldenburger, nämlich 13. Der Trend der Frankfurter ist jedoch nicht ideal. Mit 7 Niederlagen aus den letzten 10 Spielen befinden sie sich derzeit eher in einer Schwächephase.
Außerdem fehlt den Frankfurtern mit Jaedon LeDee einer der besten Spieler des Teams. Während der Länderspielpause reiste der Forward in seine Heimat in die USA, ist seitdem jedoch nicht mehr nach Frankfurt zurückgekehrt und versucht so offenbar, einen Wechsel zu erzwingen. Der Verein möchte LeDee allerdings nicht ziehen lassen und hat einem Transfer bislang nicht zugestimmt.
Aus meiner Sicht ist dieses Verhalten sehr schade – sowohl für den Verein als auch für die Liga. In seinen bisherigen Spielen hat LeDee schließlich gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. So sicherte er sich beispielsweise im November gegen Brose Bamberg beeindruckende 21 Rebounds. Im Schnitt legt er fast ein Double-Double auf und kommt auf 17,8 Punkte sowie 9,5 Rebounds pro Spiel.
Das Fehlen von LeDee ist bei den Frankfurtern deutlich zu spüren. Dennoch lohnt sich auch ein Blick auf die anderen Spieler im Kader. Besonders Till Pape spielt eine starke Saison. Daran dürften sich auch die Oldenburger erinnern: Beim Saisonauftakt in Oldenburg erzielte Pape 22 Punkte, holte fünf Rebounds und verteilte fünf Assists.
Zudem sorgt Jordan Swope im Frankfurter Team vor allem für das Scoring. Der Guard erzielt im Schnitt 16,3 Punkte pro Spiel und stellte seine Offensivqualitäten unter anderem gegen Gladiators Trier unter Beweis, als er starke 41 Punkte erzielte.
Ein Blick auf die Advanced Stats der vergangenen zehn Spiele zeigt, dass die Frankfurter mit einem Defensivwert von 117,9 nach dem Syntainics MBC die zweitschlechteste Defensive stellen. Auch offensiv bewegt sich das Team derzeit nur im Mittelfeld der Liga.
Keys to win
Energie
Defensive
Ballmovement
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Ein wichtiger Schlüssel für ein erfolgreiches Spiel wird auf jeden Fall die Energie auf dem Parkett sein, die zuletzt gegen RASTA Vechta gefehlt hat.
Außerdem muss sich die Defensive wieder stabilisieren. In den letzten drei Ligaspielen liegt das Defensivrating bei 131,2, ein Wert, der zeigt, dass das Team in der Verteidigung zuletzt große Probleme hatte. Aus diesem Loch muss die Mannschaft wieder herauskommen und zeigen, dass sie defensiv deutlich stärker auftreten kann.
Trainer Lazar Spasić vertritt die klare Philosophie, dass alles mit der Verteidigung beginnt. Ein schwächerer Offensivtag lässt sich mit einer guten Defensive oft kompensieren. Ein gutes Beispiel dafür lieferte das vergangene Wochenende. Gegen Telekom Baskets Bonn lief offensiv zwar nicht alles rund, doch eine starke Phase in der Offensive und eine gute Dreierquote reichten am Ende für den Sieg.
Gegen RASTA Vechta funktionierte die Offensive dagegen kaum noch. Auch von der Dreierlinie wollte der Ball nicht fallen, sodass das Team am Ende deutlich mit 21 Punkten Unterschied verlor. Deshalb wird es wichtig sein, am Sonntag gegen Skyliners Frankfurt wieder über eine stabile Defensive ins Spiel zu finden und so einen neuen Lauf zu starten.
Auch das Ballmovement hat in den vergangenen drei Ligaspielen nachgelassen. In den Partien gegen Ratiopharm Ulm, Telekom Baskets Bonn und RASTA Vechta kamen die Oldenburger im Schnitt nur auf 12 Assists, während gleichzeitig etwa 15 Ballverluste pro Spiel zu Buche standen. Auch hier gilt es, wieder mehr Struktur und Bewegung ins Spiel zu bringen, um zurück in den Rhythmus zu finden.
Ausblick
Für die Oldenburger steht am Sonntag gegen die Skyliners Frankfurt ein wichtiges Spiel an, um weiter in einer guten Position im Rennen um die Play-Ins zu bleiben. Entscheidend wird dabei sein, die Defensive wieder zu stabilisieren und im Idealfall einen wichtigen Auswärtssieg einzufahren.
Am Dienstag habe ich mich mit Seth Hinrichs zu einem netten Gespräch getroffen. Wir haben über seine bisherige Zeit in Oldenburg gesprochen, in der Lazar Spasić bereits sein vierter Trainer ist. Außerdem ging es kurz um das Post-Up-Game und die Ziele der Mannschaft. Zum Abschluss haben wir noch einen kurzen Blick auf seine Zukunft geworfen.
Frage: Meine Einstiegsfrage ist eine einfache. Hast du eine Lieblingsband?
Hinrichs: Eine Lieblingsband … das ist schwer zu sagen. Das wechselt immer mal wieder. Im Moment gibt es aber ein paar Bands, die ich wirklich gern höre. Eine davon heißt Needtobreathe. Die höre ich ziemlich oft, besonders vor Spielen. Eine andere ist Maverick City Music. Die mag ich auch sehr. Das sind wahrscheinlich gerade meine beiden Favoriten, obwohl es noch ein paar andere gibt, die immer mal wieder dazukommen oder in den Hintergrund rücken. Aber ja, ich würde sagen, diese beiden.
Frage: Was für ein Musikstil ist das?
Hinrichs:Needtobreathe ist so etwas wie christlicher Rock, würde ich sagen. Und Maverick City Music gehört eher zur zeitgenössischen christlichen Musik – das ist wahrscheinlich die passende Kategorie. Also im Grunde Gospel und christliche Musik.
Frage: Okay, dann kommen wir zu ein paar Basketballfragen. Du bist jetzt seit etwa eineinhalb Jahren hier, und seitdem hat sich einiges verändert. Ich würde gerne ein wenig über die Trainerwechsel zu sprechen kommen. Deine erste Saison hast du unter Pedro Calles angefangen, dann kam der Wechsel zu Mladen Drijenčić. Diese Saison dann der Start mit Predrag Krunić und hier dann ebenfalls ein Wechsel zu Lazar Spasić. Wie schwierig ist es für euch als Team, wenn der Trainer mitten in der Saison oder gleich zu Beginn der Saison wechselt?
Hinrichs: Vor der letzten Saison ist mir ein Trainerwechsel in zehn Jahren nur einmal passiert, deshalb war das für mich zunächst ungewohnt. Letztes Jahr hatten wir allerdings eine gute Mannschaft, was die Umstellung etwas leichter gemacht hat.
Insgesamt hatte ich innerhalb von etwa 13 Monaten vier verschiedene Headcoaches. Das bedeutet natürlich immer wieder neue Ansätze und Philosophien, vor allem in der Defensive. Das Playbook hat sich dabei gar nicht so stark verändert.
Für mich persönlich war es durch meine Erfahrung vielleicht etwas leichter als gedacht. Aber als Team ist so ein Wechsel immer schwierig, weil sich alle Spieler gleichzeitig auf den neuen Stil einstellen müssen. Manche brauchen dafür länger als andere. Kurz gesagt: Einfach ist es definitiv nicht.
Frage: Wie fühlt es sich an, wenn man hört, dass der Headcoach entlassen wurde und ein neuer Trainer kommt? Ich nehme an, man baut ja auch eine persönliche Beziehung zu dieser Person auf. Wie schwierig ist es, so eine Nachricht zu bekommen?
Hinrichs: Ja, ich würde sagen, das ist sehr schwierig. Als Pedro letztes Jahr entlassen wurde, war das wirklich hart. Ich kenne ihn schon seit vielen Jahren. Wir sind auch außerhalb des Basketballs befreundet, und sogar unsere Familien kennen sich. Deshalb war das besonders schwer, weil er nicht nur mein Trainer war, sondern auch mein Freund.
Als Predrag entlassen wurde, war das ebenfalls schwierig. Ich habe ihn richtig kennengelernt, als er im Mai gekommen ist. Vorher hatte ich schon gegen ihn in der Liga gespielt, aber erst da haben wir wirklich zusammengearbeitet. Ich finde, wir haben schnell eine gute Beziehung aufgebaut, und ich mochte ihn sehr. Ich hatte auch das Gefühl, dass ihm nicht nur die Spieler auf dem Feld wichtig sind, sondern auch die Menschen dahinter.
Was daran besonders wehgetan hat, war zum einen, dass er seinen Job verloren hat, und zum anderen, dass wir als Team nicht gut genug gespielt haben, damit er ihn behalten kann. Predrag ist ein wirklich guter Mensch, und ich habe sehr gern mit ihm gearbeitet. Deshalb war auch das sehr schwer.
Frage: Du hast erwähnt, dass der Saisonstart schwierig war und die Siege ausgeblieben sind. Was hat sich seit dem Wechsel von Predrag zu Lazar verändert?
Hinrichs: Oft ändert sich bei einem Trainerwechsel gar nicht so viel in der Offensive, sondern eher in der Defensive. Unter Lazar haben wir defensiv einige Dinge angepasst, die besser zu unserem Kader passen. Außerdem gibt es nach so einem Wechsel immer eine Art Reaktionsphase im Team. Zum Glück haben wir danach als Mannschaft deutlich besser gespielt.
Wir haben viel Talent im Team, und Lazar hat es geschafft, stärker auf die individuellen Stärken der Spieler einzugehen und einige unserer Schwächen anzupassen. Als vorheriger Assistenztrainer kannte er das Team ja bereits sehr gut. Das Potenzial war schon vorher da. Es ging letztlich darum, dass alles besser zusammenpasst.
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Frage: Mir ist auch aufgefallen, dass ihr häufiger über das Post-Up-Spiel kommt. Ist das ein Stil, der dir persönlich gefällt?
Hinrichs: Ja, in den letzten Jahren habe ich angefangen, öfter im Post zu spielen, vor allem bei Missmatches. Dabei geht es mir nicht unbedingt darum, selbst zu scoren, sondern Vorteile zu schaffen, damit Mitspieler freie Würfe bekommen.
Manche würden sagen, das ist etwas „Old School“, aber im Basketball gibt es immer wieder Trends. Viele Teams verteidigen diese Spielweise nicht mehr so häufig, deshalb kann sie ein Vorteil sein. In bestimmten Situationen haben wir das gut genutzt und damit auch Spiele gewonnen.
Frage: Vor ein paar Wochen habe ich einen Artikel über Zubčić und dich geschrieben, in dem es um die „unsichtbare Arbeit“ im Team ging. Wie siehst du dich selber in diese Rolle?
Hinrichs: Das ist tatsächlich etwas, worauf ich stolz bin. Mein Spiel ist nicht unbedingt spektakulär oder auf viele Punkte ausgelegt. Ich sehe meine Aufgabe eher darin, meine Mitspieler besser zu machen. Ein Trainer aus meiner College-Zeit hat einmal gesagt: „See a need, fill a need“ – also: Wenn dem Team etwas fehlt, versuche diese Lücke zu füllen.
Genau das versuche ich zu tun. Zubčić ist ebenfalls ein sehr erfahrener und talentierter Spieler, und wenn wir mit solchen Dingen zum Teamerfolg beitragen können, ist das für mich das Wichtigste. In diesem Stadium meiner Karriere geht es mir vor allem darum, dass das Team erfolgreich ist, Spiele gewinnt und seine Ziele erreicht.
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Frage: Wie schätzt du aktuell eure Chancen auf die Postseason ein? Sind die Playoffs so ein Ziel?
Hinrichs: Im Moment stehen wir, glaube ich, auf Platz zehn, also wird es sicher nicht einfach. Als Lazar übernommen hat, standen wir bei 1:8. Seitdem haben wir aber einen Weg gefunden, Spiele zu gewinnen. Das müssen wir bis zum Saisonende weiter schaffen.
Wir haben auf jeden Fall das Talent und die Qualität, um in der Tabelle noch zu klettern. Es sind noch etwa zwei Monate Zeit. Es gibt Dinge, die wir verbessern müssen, aber ich bin optimistisch, dass wir die Playoffs erreichen und vielleicht sogar unter die Top sechs kommen können.
Frage: Du hast schon über deine Erfahrung gesprochen, elf Saisons als Profi. Wie viel Einfluss kannst du mit dieser Erfahrung im Spiel oder im Training nehmen?
Hinrichs: Jeder Trainer hat seine eigene Spielidee und sein System. Für mich geht es vor allem darum, das zu verstehen und auf dem Feld dafür zu sorgen, dass alle Spieler auf derselben Linie sind. Im Training und in Videoanalysen arbeiten wir an Details, und im Spiel versuche ich vor allem zu kommunizieren und meine Mitspieler zu organisieren.
Wir haben viele erfahrene Spieler im Team – viele von uns sind über 30 und haben schon viel gesehen. Da versucht man einfach, Dinge anzusprechen, die vielleicht sonst niemand sieht, und so zum Team beizutragen.
Frage: Also eher eine Art mentaler Anführer als ein Taktikexperte?
Hinrichs: Ja, ein Stück weit schon. Die Spieler auf diesem Niveau wissen, wie Basketball funktioniert. Man sollte sie nicht mit zu vielen Informationen überladen. Wenn ich etwas sehe, spreche ich es an, aber am Ende gibt der Trainer die Richtung vor. Meine Aufgabe ist es vor allem, mit Energie zu spielen und dem Team zu helfen.
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Frage: Kannst du dir vorstellen, nach deiner Karriere selbst Trainer zu werden?
Hinrichs: Ja, grundsätzlich schon. In all den Jahren habe ich viele verschiedene Systeme und Spielweisen kennengelernt. Ich glaube, ich könnte gerade aus mentaler und taktischer Sicht einiges weitergeben.
Gleichzeitig ist der Trainerberuf nicht unbedingt der sicherste Job. Nach meiner aktiven Karriere würde ich vielleicht auch etwas Stabileres für meine Familie in Betracht ziehen. Mal sehen, was passiert.
Frage: Aber zuerst noch ein paar Jahre als Spieler?
Hinrichs: Auf jeden Fall. Ich fühle mich noch gut und bin größtenteils gesund. Ein paar Saisons werden es hoffentlich noch.
Frage: Wann beginnen Spieler eigentlich über die nächste Saison nachzudenken?
Hirnichs: Früher habe ich erst nach der Saison darüber nachgedacht. Mit zunehmendem Alter passiert das etwas früher. Auch weil die Familie Planungssicherheit möchte. Trotzdem versuche ich, mich während der Saison hauptsächlich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.
Letztes Jahr wusste ich schon früh, dass ich bleibe, das war entspannt. Dieses Jahr ist noch alles offen. Wir würden gerne hier nach Oldenburg zurückkommen, aber das wird sich in den nächsten Monaten klären. Im Moment konzentriere ich mich einfach darauf, die Saison stark zu beenden und mit dem Team so weit wie möglich zu kommen.
Abschluss: Ich glaube, das ist ein gutes Schlusswort. Vielen Dank für das Interview.
Die EWE Baskets zeigten am Wochenende zwei sehr unterschiedliche Leistungen. Am Freitag gegen Bonn gaben die Oldenburger zwar 26 Offensiv-Rebounds ab, konnten das Spiel dank einer starken Dreierquote von 52 % dennoch für sich entscheiden. Am Sonntagabend präsentierte sich ein anderes Bild. Nur 11 Offensiv-Rebounds gaben die Baskets ab, jedoch erzielten sie eine deutlich niedrigere Dreierquote von 28 %.
Der Spielbeginn war noch sehr ausgeglichen, doch Mitte des dritten Viertels zogen die Vechtaer davon und führten zur Halbzeit mit 13 Punkten. Nach der Halbzeit starteten die Oldenburger eher schleppend, konnten Mitte des dritten Viertels den Rückstand zwar etwas verkürzen, doch zum Ende wuchs der Vorsprung wieder auf 17 Punkte an. Auch im letzten Viertel verkürzte Oldenburg noch einmal, am Ende verloren die Baskets jedoch deutlich mit 21 Punkten und damit auch den direkten Vergleich gegen Vechta.
Bei Vechta war es Tibor Pleiss, der zweimalige EuroLeague-Champion, der von den Oldenburgern am Korb kaum zu stoppen war. Auch defensiv ließ er kaum einen Drive an sich vorbei, was sich mit vier Blocks in den Statistiken widerspiegelt. Ein zusätzliches Problem war, dass Tomislav Zubčić nicht sein bestes Spiel hatte und seine Dreier nicht fielen, wodurch Pleiss die Zone dichtmachen und Drives zum Korb erschweren konnte. Sein Plus-Minus-Wert von +18 verdeutlicht, wie wichtig Pleiss für Vechta auf dem Feld war.
In der Defensive setzten die Oldenburger in der zweiten Halbzeit wieder verstärkt auf die Zonenverteidigung, ein Mittel, das wir wohl künftig sicher häufiger sehen werden.
Energie
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Im Spiel wirkte es, als fehlte vielen Spielern die nötige Energie. Ein Beispiel dafür waren die Würfe: Viele offene Dreier fanden nicht ihr Ziel, etwa die beiden Würfe von Nicho Tischler von der Dreierlinie, die deutlich zu kurz am Ring landeten. Immer wieder kämpften sich die Oldenburger zurück, nur um später wieder abreißen zu lassen, als reichte die Energie nicht für ein ganzes Viertel. Ein möglicher Grund dafür könnte das sehr physische Spiel gegen Bonn am Freitag gewesen sein, das bei einigen Spielern Spuren hinterlassen hat.
Brian Fobbs
Mit 28 Punkten erzielte Brian Fobbs ein Saison-High und zeigte seine individuelle Klasse. Er war der einzige Spieler im Team, der deutlich zweistellig scorte; lediglich Chris Clemons kam mit 10 Punkten ebenfalls auf einen zweistelligen Wert.
Ausblick
In den kommenden anderthalb Wochen stehen zwei wichtige Auswärtsspiele an. Am nächsten Sonntag geht es gegen Frankfurt, am darauffolgenden Mittwoch gegen Jena. Die Oldenburger sollten idealerweise beide Spiele gewinnen, um den Traum von der Postseason weiter am Leben zu halten.
Der Start ins Wochenende gelang den EWE Baskets dank einer sehr starken Offensive mit einem Sieg. Gegen eines der besten defensiven Teams erzielten die Oldenburger 98 Punkte und ein Offensive Rating von 134,2. Besonders die starke Dreierquote der Oldenburger mit 52 % bei 27 Versuchen half am Ende, das Spiel zu gewinnen. Der Ball wurde im Vergleich zu den beiden vorherigen Spielen gegen Berlin und Ulm deutlich besser bewegt, wodurch viele offene Würfe entstanden. So konnten Tischler, Fobbs und auch Clemons jeweils 20 oder mehr Punkte erzielen.
Was Lazar Spasić und seiner Mannschaft allerdings nicht gefallen dürfte, war die Reboundstatistik. Bonn sicherte sich 59,1 % der möglichen Offensivrebounds, insgesamt 26, und lag damit deutlich über dem eigenen Saisonschnitt von 37,1 %. Von der Dreierlinie zeigten die Bonner zwar wie erwartet eine schwache Leistung mit nur 19 %, konnten dies aber teilweise durch ihre Rebounds kompensieren. Das war in gewisser Weise zu erwarten, da Bonn eines der besten Offensiv-Rebound-Teams der Liga ist, auch wenn das Ausmaß überraschend hoch war. Dadurch kamen die Telekom Baskets auf 20 Würfe mehr und erzielten 29 Second-Chance-Points.
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Die Defensive in der zweiten Halbzeit
Im Spiel gegen Berlin hatte Spasić im letzten Viertel erstmals eine Zonenverteidigung ausprobiert und Berlin zu fünf Ballverlusten gezwungen. Zur Erklärung: Eine Zonenverteidigung ist eine Form der Verteidigung, bei der, wie der Name schon sagt, nicht einzelne Gegenspieler verteidigt werden, sondern bestimmte Räume auf dem Feld. Dabei gibt es verschiedene Varianten. Im Fall der Baskets wurde eine 3-2-Zone gespielt.
Dabei verteidigte der Center oben an der Dreierlinie. Zwei weitere Spieler positionierten sich links und rechts daneben, ebenfalls an der Dreierlinie. Die beiden übrigen Spieler standen links und rechts in der Zone und sicherten den Bereich näher am Korb.
Oft wird dieses Mittel eingesetzt, um beim Gegner etwas Tempo aus dem Spiel zu nehmen oder für Verwirrung zu sorgen. Gerade nach Auszeiten des gegnerischen Teams greifen Mannschaften häufig zur Zonenverteidigung. Der gegnerische Trainer zeichnet in dieser Situation meist einen Spielzug auf, der auf eine 1-gegen-1-Verteidigung ausgelegt ist.
Ein gutes Beispiel dafür ist im Spiel bei Minute 2:12 im dritten Viertel zu sehen (Dyn-Zeitstempel 1:40:57). Bonn kommt aus einer Auszeit und Oldenburg stellt auf Zonenverteidigung um.Tomislav Zubčić steht an der Dreierlinie und verteidigt diesen Raum. Die Bonner sind in dieser Situation unsicher, wie sie ihren Spielzug laufen sollen. Der Ball verlässt nicht einmal die Hand von Grayson Murphy, und er nimmt einen schweren Dreier gegen Zubčić. Der Wurf geht zwar über das Brett hinein, war aber so sicherlich nicht geplant.
Diese Zonenverteidigung ließ Spasić in der zweiten Halbzeit häufiger spielen und versuchte damit, die Bonner aus dem Konzept zu bringen.
Ausblick
Am Sonntag, den 8. März, geht es für die Baskets keine 48 Stunden nach dem Schlusspfiff vom Bonn Spiel direkt weiter gegen Vechta. Die Vechtaer konnten nach dem FIBA Break einen starken und deutlichen Sieg feiern. Mit 101:64 gewannen sie gegen Science City Jena und werden mit viel Schwung in das dritte Derby der Saison gegen Oldenburg gehen. Nachdem Oldenburg die ersten beiden Spiele in Vechta im Pokal sowie in der Liga gewinnen konnte, wird Vechta alles daransetzen, nun endlich selbst einen Sieg zu holen.
Die Oldenburger werden ihrerseits ebenfalls motiviert sein, an diesem Wochenende einen zweiten Sieg einzufahren und den Blick weiter in Richtung Play-Ins zu richten. Spannend wird dabei vor allem sein, wie sich die Oldenburger im Reboundduell schlagen und wie häufig die Zonenverteidigung erneut zum Einsatz kommen wird.
Am Freitag um 18:30 Uhr starten die Oldenburger in der heimischen EWE Arena in die entscheidende Phase der Saison. Zum Auftakt wartet direkt ein wichtiges und richtungsweisendes Spiel gegen die starken Bonner. Damit steht zugleich ein wegweisendes Wochenende bevor.
Sollten die Oldenburger beide Partien für sich entscheiden, rücken die Play-Ins in greifbare Nähe. Gehen jedoch beide Spiele verloren, wird eine Qualifikation für die Top 10 deutlich schwieriger.
Am Freitag trifft das Team dabei auf einen äußerst formstarken Gegner. Die Bonner belegen mit 14 Siegen und 8 Niederlagen aktuell den dritten Tabellenplatz.
Ausgangslage
Mit dem dritten Tabellenplatz dürften die Bonner nach den vergangenen beiden Spielzeiten äußerst zufrieden sein. Die Mannschaft zeichnet sich vor allem durch ihre starke Defensive aus und lässt lediglich 78,7 Punkte pro Spiel zu. Das bedeutet ligaweit Rang drei. Auch im Defensiv-Rating liegen die Bonner mit einem Wert von 103,8 auf dem dritten Platz.
Weniger konstant präsentiert sich bislang die Offensive. Im Offensiv-Rating rangieren die Telkom Baskets lediglich auf Platz 13 mit einem Wert von 108,4. Vor allem aus der Distanz hapert es: Mit einer Dreierquote von 27,1 Prozent stehen die Bonner in dieser Kategorie am Ende der Liga.
Bei den Oldenburgern gilt es am Freitag zu zeigen, dass die beiden Spiele gegen Ulm sowie das TOP-FOUR-Halbfinale gegen Berlin lediglich Ausrutscher waren. Gegen zwei defensivstarke Mannschaften kassierte das Team zuletzt deutliche Niederlagen.
Allerdings muss auch erwähnt werden, dass beim Spiel gegen Ulm einige Akteure verletzungsbedingt fehlten und gegen Berlin wohl angeschlagen aufliefen. Das erschwert Partien gegen Topgegner natürlich erheblich.
Keys to win
Offensive ins rollen bekommen
Rebounds
Zone dicht machen
Foto: Ulf Duda / fotoduda.de
Im Spiel gegen die Bonner wartet erneut eine defensivstarke Mannschaft. Für die Oldenburger wird es daher entscheidend sein, ihre größte Stärke, die Offensive, ins Rollen zu bringen. Gleichzeitig muss das Team im Rebounding zulegen und darf vor allem nicht zu viele Offensivrebounds zulassen.
Zudem gilt es, die Zone konsequent zu schließen. Von außen präsentieren sich die Bonner bislang, wie bereits erwähnt, äußerst schwach. Entsprechend könnte es sinnvoll sein, den Fokus auf die Verteidigung unter dem Korb zu legen und Würfe von der Dreierlinie eher in Kauf zu nehmen, um die Zone dicht zu machen.
Ausblick
Es bleibt spannend, ob am Freitag die meisten Spieler zum Auftakt der entscheidenden Phase der regulären Saison fit zur Verfügung stehen und wie sich die Oldenburger gegen ein defensivstarkes Team präsentieren werden. Gelingt hier ein Erfolg, könnte das einen wichtigen Schub für das Derby gegen Vechta am Sonntag geben.