
Zum Jahresbeginn wartet direkt ein ganz besonderes Spiel: Es geht gegen Alba Berlin und damit auch gegen einen der prägendsten ehemaligen Oldenburger Spieler, Norris Agbakoko. Am Sonntag um 15 Uhr wird er erstmals in der EWE Arena nicht im Oldenburg-Trikot, sondern im Trikot von Alba Berlin auflaufen. Für viele Fans dürfte es ein emotionales Wiedersehen und ein herzliches Willkommen für den langjährigen Oldenburger Spieler werden.
Außerdem wird Pedro Calles erstmals als Headcoach nach Oldenburg zurückkehren und auf der Gästebank in der EWE Arena Platz nehmen. Im Kader von Calles dürfte neben Agbakoko ein weiterer ehemaliger Oldenburger stehen: Bennet Hundt, der von 2021 bis 2023 für den Spielaufbau der Baskets verantwortlich war.
Ausgangslage
Beide Teams gehen mit Rückenwind in die Partie, denn beide Mannschaften konnten ihre letzten drei Spiele gewinnen. Dennoch trennt sie ein deutlicher Abstand in der Tabelle. Oldenburg steht mit einer Bilanz von 4:9 weiterhin in der unteren Tabellenregion, während Alba Berlin mit 9:4 Siegen punktgleich mit Würzburg den dritten Tabellenplatz belegt.
Aus den letzten fünf Spielen holten die Berliner drei Siege. Auf überraschende Niederlagen gegen die Hamburg Towers und ratiopharm Ulm folgten drei deutliche und souveräne Erfolge gegen Rostock, Ludwigsburg und Braunschweig. Besonders beeindruckend war dabei der Sieg gegen Ludwigsburg, denn hier ließen die Berliner nur 47 Punkten zu.
In Oldenburg blickt man seit dem Trainerwechsel auf eine Bilanz von 3:1. Mit Siegen gegen Braunschweig, Vechta und Hamburg zeigte Lazar Spasić, dass er die richtigen Veränderungen vorgenommen hat. Alle drei Erfolge waren enorm wichtig, um sich aus der unteren Tabellenregion ein Stück weit nach oben zu arbeiten.
Keys to win
Alba Berlin gehört ligaweit zu den besten Teams, wenn es darum geht, Turnover bei den Gegnern zu erzwingen. Die Mannschaft von Pedro Calles kommt auf 15,3 erzwungene Ballverluste pro Spiel und liegt damit auf Platz 4.
Ein Grund dafür ist die aggressive Berliner Verteidigung, die bereits direkt an der Grundline des Gegners beginnt. Besonders Jonas Mattisseck und Malte Delow sind dafür bekannt, ihre Gegenspieler auch über das ganze Feld unter Druck zu setzen. Für Oldenburg wird es entscheidend sein, dass Chris Clemons den Ball kontrolliert über die Mittellinie bringt und dem permanenten Druck über das gesamte Spiel standhält.
Ein weiteres oft angewendetes Mittel der Teams, die von Pedro Calles gecoacht werden, ist das harte Hedging in der Verteidigung beim Pick-and-Roll. Dabei wird der aufbauende Spieler sowohl vom Center als auch vom Guard doppelt bedrängt, um ihn zu Ballverlusten oder schlechten Entscheidungen zu zwingen. Dieses Vorgehen kann sehr effektiv sein, birgt jedoch die Gefahr, dass der freistehende Mitspieler gefunden wird und zu einem offenen Wurf kommt.
Die Baskets spielen vergleichsweise selten Pick-and-Roll. Gegen Berlin könnte es jedoch interessant werden, dieses Mittel gezielt einzusetzen, um durch anschließende schnelle Ballbewegung freie Würfe zu kreieren.
In der eigenen Defensive wird es entscheidend sein, die Ballbewegung der Berliner zu stoppen. Mit 20,6 Assists pro Spiel und einer Assist-Rate von 67,7 %, was ligaweit Platz 1 bedeutet, sind die Berliner besonders gefährlich, wenn der Ball gut läuft. Spannend wird sein, mit welcher Verteidigungsstrategie die Mannschaft von Lazar Spasić genau dieses stoppen will.
Außerdem versucht Berlin nach eigenen Ballgewinnen oder Defensivrebounds schnell Fastbreak-Punkte zu generieren. Diese schnelle Transition gilt es für die Oldenburger zu unterbinden, um einfache Punkte zu verhindern.
Ausblick
Der Sonntag bietet nicht nur ein spannendes Basketballspiel: Mit der Rückkehr von Norris Agbakoko in die EWE Arena steht den Fans zudem ein emotionaler Moment bevor. Ebenso interessant wird sein, wie Lazar Spasić seine Mannschaft einstellen wird, um das wichtige Spiel gegen Berlin erfolgreich zu gestalten.