Foto: Ulf Duda / fotoduda.de

Am Ende des Spiels stand ein deutliches Ergebnis auf der Anzeigetafel. Mit 89:72 gewannen die EWE Baskets Oldenburg und schlossen damit die Hinrunde mit einer Bilanz von 7:10 ab. Doch so klar, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war die Partie keinesfalls.

Im ersten Viertel starteten die Oldenburger stark und erspielten sich schnell eine 17:7-Führung. Anschließend fand Chemnitz jedoch besser ins Spiel. Der Zug zum Korb gelang ihnen zunehmend besser, zudem fielen auch einige Dreier. So stand es nach dem ersten Viertel 23:23.

Auch im zweiten Viertel setzte sich dieses Bild fort. Chemnitz hatte immer wieder gute Läufe und ging mit einer 47:39-Führung in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Oldenburger mit deutlich mehr Intensität aufs Feld. Das dritte Viertel entschieden sie mit 20:16 für sich und verkürzten damit den Rückstand.

Das vierte Viertel begann äußerst hitzig. Bereits nach knapp einer Minute befanden sich die Oldenburger im Mannschaftsfoul und kassierten zudem zwei technische Fouls. Eines davon ging gegen die Bank, das andere gegen Lazar Spasić. Durch diese hitze Anfangsphase war das Publikum auf einmal voll da. Chemnitz ließ hier beide Freiwürfe ungenutzt, ehe Brian Fobbs im Gegenzug den Dreier zur 67:66-Führung traf und damit einen 17:0 Lauf startete.

Von diesem Moment an gaben die Oldenburger die Führung nicht mehr aus der Hand und entschieden das Spiel am Ende deutlich mit 89:72 für sich.

Die zweite Halbzeit

In der ersten Halbzeit war es Chemnitz möglich, seine Stärken auszuspielen. In Eins-gegen-eins-Situationen kamen sie häufig leicht zum Korb oder hatten gute Wurfmöglichkeiten von außen. Lazar Spasić erklärte nach dem Spiel, dass sich seine Mannschaft in der ersten Halbzeit zu sehr auf taktische Vorgaben konzentriert habe, anstatt den Fokus auf eine physische Verteidigung zu legen.

Damit sind wir bei der zweiten Halbzeit, die zugleich die zentrale Überschrift dieses Abschnitts bildet. Spasić sagte im Interview, dass er in der Halbzeitpause klar angesprochen habe, dass alles mit der Defensive beginne und sich das Team auf eine deutlich physischere Verteidigung konzentrieren müsse.

Gleichzeitig betonte Spasić, dass es in einem Spiel gegen eine sehr gute Mannschaft zahlreiche Anpassungen während der Partie gebe. Die wichtigste Veränderung sei jedoch die Physis in der Verteidigung gewesen.

Erwähnenswert ist zudem, dass Spasić in der zweiten Halbzeit kein einziges Timeout nahm. Ein Umstand, der im Basketball eher selten vorkommt, der jedoch zeigt, wie sehr er seinen Spielern vertraute und wie wirkungsvoll die Halbzeitansprache war.

Auf die Frage, ob sein technisches Foul der Wendepunkt der Partie gewesen sei, entschuldigte sich Spasić zunächst für sein Verhalten. Er betonte, dass er ein sehr emotionaler Mensch sei und stets nur das Beste für sein Team wolle. Anschließend erklärte er, dass er sich das Spiel noch einmal anschauen müsse, um abschließend beurteilen zu können, ob dies tatsächlich der Turning Point gewesen sei.

Unbestritten ist jedoch, dass nach dem technischen Foul der bereits erwähnte 17:0-Lauf folgte und sich das Spiel in diesem Moment klar zugunsten der Oldenburger drehte.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die deutlich physischere Verteidigung in der zweiten Halbzeit der entscheidende Faktor für das starke Comeback war.

Chris Clemons

Für Chris Clemons lief das Spiel von der Dreierlinie nicht optimal. Er traf drei von neun Würfen von außen. Dennoch kam er insgesamt auf 17 Punkte. Viel wichtiger war jedoch, dass er sich immer besser in seine Rolle als Point Guard einfindet. Mit starken fünf Assists bei nur einem Turnover zeigte er eine sehr gute Spielübersicht.

Er hatte deutlich weniger Probleme, den Ball nach vorne zu bringen, und erhält dabei meist Unterstützung von Woodard oder Fobbs, was den Spielaufbau spürbar erleichtert. Auch defensiv werden seine Werte immer besser. Im gestrigen Spiel kam Clemons auf ein defensives Rating von 94,6, verbuchte vier Steals und wies ein Net Rating von +19,4 auf.

Michale Kyser

In diesem Spiel muss ein Akteur besonders hervorgehoben werden, nämlich Michale Kyser. Er erzielte 12 Punkte, traf dabei starke 83,3 Prozent aus dem Feld, holte neun Rebounds und verbuchte einen Block.

Noch aussagekräftiger als die klassischen Statistiken sind jedoch seine Advanced Stats. Kyser kam auf ein defensives Rating von 79,2 und ein offensives Rating von 112, was ein herausragendes Net Rating von 32,8 ergibt. Vor allem in der zweiten Halbzeit hatte er großen Anteil daran, dass Chemnitz nur 25 Punkte erzielte.

Mit einem Plus-Minus-Wert von +20 wird sein Einfluss zusätzlich deutlich. Es war zugleich der beste Wert im Team. Auch ein Blick auf die effektivsten Line-ups unterstreicht seine Bedeutung für den Sieg. Standen Seth Hinrichs und Michale Kyser gemeinsam auf dem Feld, gewann Oldenburg diese Minuten mit 33:15. Spielte Kyser zusammen mit Tischer, entschieden die Oldenburger die entsprechenden Minuten sogar mit 39:22 für sich.

Ausblick

Mit einer Bilanz von 7:10 nach der Hinrunde hätten vor zwei Monaten wohl die wenigsten gerechnet. Doch diese erfolgreiche Phase hat die Oldenburger wieder in eine komfortable Ausgangslage im Hinblick auf die Postseason gebracht. Es fehlt nicht mehr viel, um in die Ränge der Play-Ins vorzurücken. Die Rückrunde startet für die Oldenburger mit einem Auswärtsspiel am Freitag, dem 30. Januar, um 20 Uhr in Weißenfels gegen den Syntainics MBC.

Quelle: 3stepbasket.com

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