Foto: Ulf Duda / fotoduda.de

Im Basketball gibt es fünf Positionen, den Point Guard (PG), Shooting Guard (SG), Small Forward (SF), Power Forward (PF) und den Center (C). Der Point Guard ist in der Mannschaft meist dafür zuständig, den Ball nach vorne zu bringen und das Spiel zu organisieren. Der Shooting Guard ist, wie der Name schon sagt, vor allem für den Abschluss verantwortlich und agiert häufig abseits des Balles. Der Small Forward zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit aus und ist oft dafür zuständig, zum Korb zu ziehen. Der Center ist in der Regel der größte Spieler auf dem Feld und übernimmt die Arbeit unter dem Korb, etwa beim Rebounding. Doch welche Rolle spielt eigentlich der Power Forward?

Der Power Forward ist, wie der Center und der Small Forward, Teil des Frontcourts. Er gehört meist zu den größeren Spielern auf dem Feld und agiert traditionell in Korbnähe. Dort erzielt er Punkte am Brett oder aus Post-up-Situationen und ist sowohl offensiv als auch defensiv für Rebounds und das Ausboxen zuständig.

Im modernen Basketball haben sich die Anforderungen an den Power Forward etwas verändert. Viele Spieler auf dieser Position verfügen inzwischen über einen guten Dreipunktwurf, um das Spielfeld breit zu machen und der Offensive mehr Raum zu verschaffen.

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Bei den EWE Baskets Oldenburg ist die Power-Forward-Position mit Tomislav Zubčić und Seth Hinrichs besetzt. Beide Spieler zeigen, wie vielseitig die Position heute gespielt werden kann und wie wichtig die „unsichtbare“ Arbeit abseits von spektakulären Punkten für den Erfolg des Teams ist.

Schaut man auf die Anforderungen eines Power Forwards, wird bei Tomislav Zubčić deutlich, dass er diese vor allem im Post-up erfüllt. Mit seinen 2,11 m ist er meist größer als die meisten Forwards und kann diesen Vorteil für einfache Punkte am Korb nutzen. Aufgrund seiner aktuellen Dreierquote von rund 23,5 Prozent in den letzten neun Spielen sucht er häufiger den Weg in Korbnähe, wo er im Zweipunktebereich deutlich effektiver ist. Mit einem Offensivrating von 123,7 gehört er zudem zu den offensiv einflussreichsten Spielern der Baskets. Auch beim Rebounding hilft seine Größe dem Team, so kommt er zuletzt auf durchschnittlich 3,2 Rebounds. Abseits der Statistiken bringt Zubčić zudem viel Einsatz, Emotionen und körperliche Präsenz ins Spiel, Aktionen, die auf keinem Statistikbogen auftauchen, für das Team jedoch enorm wertvoll sind.

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Das Gleiche gilt für Seth Hinrichs. Mit seinem Motivieren der Mitspieler, seinen Emotionen und seinem starken Einsatz ist er unglaublich wichtig für die Mannschaft. Er kämpft um jeden Rebound, um zum Beispiel zweite Chancen in der Offensive zu schaffen oder in der Defensive einen Stopp zu ermöglichen. Selbst wenn er auf der Bank sitzt und eine Auszeit genommen wird, geht er oft schon auf die Spieler zu, um sie zu pushen (siehe Bild). Hinrichs ist in vielen Situationen emotional dabei, nicht nur bei Highlight-Plays. Das ist ein wichtiges Element im Team und steht ebenfalls auf keinem Statistikbogen.

Richtet man den Blick auf seine Statistiken, fällt auf, dass er ein sehr gutes Offensivrating von 121,3 unter Spasić hat. Schaut man jedoch auf seine Usage Rate in der Offensive, sieht man, dass diese mit 13 % die niedrigste aller Rotationsspieler ist.

Zur Einordnung eine kurze Erklärung der Usage Rate. Sie zeigt den Prozentsatz der Spielzüge, die ein Spieler nutzt. Zum Beispiel nimmt ein Spieler einen Wurf und verursacht einen Ballverlust, während er auf dem Feld ist. Diese beiden Aktionen zählen als abgeschlossene Spielzüge. In diesem Zeitraum hatte das Team insgesamt 4 Wurfversuche und 1 Ballverlust, also 5 abgeschlossene Spielzüge. Der Spieler hat 2 davon genutzt, also 40 % USG.

Zum Vergleich liegen Brian Fobbs und Chris Clemons beide bei einer Usage Rate von 25 %. Hinrichs hat also trotz seiner geringen Usage Rate von 13 % in gut 16 Minuten Spielzeit mit einem Offensivrating von 121,3 einen großen Einfluss. Das spricht für viele Dinge, die Hinrichs abseits des Balles richtig macht und die wichtig für das Team sind.

Auch defensiv hat er einen großen Einfluss. Mit einem Net Rating von 103 gehört er unter Spasić zu den besten Spielern. Mit seiner Physis und Cleverness in der Verteidigung prägt er das Spiel deutlich.

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Festzuhalten ist, dass weder Zubčić noch Hinrichs Spieler für spektakuläre Abschlüsse wie krachende Alley-Oops oder Dreier von weit hinter der Dreierlinie sind. Auch fallen sie meist nicht durch viele Punkte auf, haben aber einen enormen Einfluss auf das Spiel, der sich in einigen Statistiken zeigt. Gleichzeitig erledigen beide viele wichtige Dinge, die in keiner Grafik oder Tabelle zu finden sind.

Quelle: 3stepsbasket.com

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