
Der Start ins Wochenende gelang den EWE Baskets dank einer sehr starken Offensive mit einem Sieg. Gegen eines der besten defensiven Teams erzielten die Oldenburger 98 Punkte und ein Offensive Rating von 134,2. Besonders die starke Dreierquote der Oldenburger mit 52 % bei 27 Versuchen half am Ende, das Spiel zu gewinnen. Der Ball wurde im Vergleich zu den beiden vorherigen Spielen gegen Berlin und Ulm deutlich besser bewegt, wodurch viele offene Würfe entstanden. So konnten Tischler, Fobbs und auch Clemons jeweils 20 oder mehr Punkte erzielen.
Was Lazar Spasić und seiner Mannschaft allerdings nicht gefallen dürfte, war die Reboundstatistik. Bonn sicherte sich 59,1 % der möglichen Offensivrebounds, insgesamt 26, und lag damit deutlich über dem eigenen Saisonschnitt von 37,1 %. Von der Dreierlinie zeigten die Bonner zwar wie erwartet eine schwache Leistung mit nur 19 %, konnten dies aber teilweise durch ihre Rebounds kompensieren. Das war in gewisser Weise zu erwarten, da Bonn eines der besten Offensiv-Rebound-Teams der Liga ist, auch wenn das Ausmaß überraschend hoch war. Dadurch kamen die Telekom Baskets auf 20 Würfe mehr und erzielten 29 Second-Chance-Points.

Die Defensive in der zweiten Halbzeit
Im Spiel gegen Berlin hatte Spasić im letzten Viertel erstmals eine Zonenverteidigung ausprobiert und Berlin zu fünf Ballverlusten gezwungen. Zur Erklärung: Eine Zonenverteidigung ist eine Form der Verteidigung, bei der, wie der Name schon sagt, nicht einzelne Gegenspieler verteidigt werden, sondern bestimmte Räume auf dem Feld. Dabei gibt es verschiedene Varianten. Im Fall der Baskets wurde eine 3-2-Zone gespielt.
Dabei verteidigte der Center oben an der Dreierlinie. Zwei weitere Spieler positionierten sich links und rechts daneben, ebenfalls an der Dreierlinie. Die beiden übrigen Spieler standen links und rechts in der Zone und sicherten den Bereich näher am Korb.
Oft wird dieses Mittel eingesetzt, um beim Gegner etwas Tempo aus dem Spiel zu nehmen oder für Verwirrung zu sorgen. Gerade nach Auszeiten des gegnerischen Teams greifen Mannschaften häufig zur Zonenverteidigung. Der gegnerische Trainer zeichnet in dieser Situation meist einen Spielzug auf, der auf eine 1-gegen-1-Verteidigung ausgelegt ist.
Ein gutes Beispiel dafür ist im Spiel bei Minute 2:12 im dritten Viertel zu sehen (Dyn-Zeitstempel 1:40:57). Bonn kommt aus einer Auszeit und Oldenburg stellt auf Zonenverteidigung um.Tomislav Zubčić steht an der Dreierlinie und verteidigt diesen Raum. Die Bonner sind in dieser Situation unsicher, wie sie ihren Spielzug laufen sollen. Der Ball verlässt nicht einmal die Hand von Grayson Murphy, und er nimmt einen schweren Dreier gegen Zubčić. Der Wurf geht zwar über das Brett hinein, war aber so sicherlich nicht geplant.
Diese Zonenverteidigung ließ Spasić in der zweiten Halbzeit häufiger spielen und versuchte damit, die Bonner aus dem Konzept zu bringen.
Ausblick
Am Sonntag, den 8. März, geht es für die Baskets keine 48 Stunden nach dem Schlusspfiff vom Bonn Spiel direkt weiter gegen Vechta. Die Vechtaer konnten nach dem FIBA Break einen starken und deutlichen Sieg feiern. Mit 101:64 gewannen sie gegen Science City Jena und werden mit viel Schwung in das dritte Derby der Saison gegen Oldenburg gehen. Nachdem Oldenburg die ersten beiden Spiele in Vechta im Pokal sowie in der Liga gewinnen konnte, wird Vechta alles daransetzen, nun endlich selbst einen Sieg zu holen.
Die Oldenburger werden ihrerseits ebenfalls motiviert sein, an diesem Wochenende einen zweiten Sieg einzufahren und den Blick weiter in Richtung Play-Ins zu richten. Spannend wird dabei vor allem sein, wie sich die Oldenburger im Reboundduell schlagen und wie häufig die Zonenverteidigung erneut zum Einsatz kommen wird.
