
Seit der letzten Datenanalyse sind fünf weitere Ligaspiele vergangen. Anlass genug für einen erneuten Blick auf die Zahlen. Insgesamt stehen nun 15 Ligaspiele unter Lazar Spasić zu Buche. In diesem Artikel vergleiche ich die ersten zehn Partien unter ihm mit den darauffolgenden fünf Spielen.
Die jüngste Phase verlief dabei deutlich weniger erfolgreich. Während die Mannschaft in den ersten zehn Spielen unter Spasić noch acht Siege einfahren konnte, sind es in den letzten fünf Spielen nur noch zwei.
Die Defensive

Lazar Spasić betont in Interviews immer wieder, dass alles mit der Defensive beginnt und daraus die Offensive entstehen soll. Bereits vor etwa eineinhalb Monaten sagte er, dass man offensiv durchaus einen schlechten Tag erwischen könne – wenn die Defensive jedoch stabil steht, könne man dennoch Spiele gewinnen.
In den letzten fünf Ligaspielen zeigten die Oldenburger in dieser Hinsicht jedoch deutliche Probleme. Im Schnitt kassierten sie 91,2 Punkte bei einem Defensivrating von 125,3. Viele Spieler verschlechterten sich in diesem Zeitraum individuell im Defensivrating. So lag beispielsweise Chris Clemons zu Beginn unter Spasić noch bei starken 105,1, kommt in den letzten fünf Spielen jedoch nur noch auf 121,9. Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei Nicho Tischler und Brian Fobbs zu beobachten.
Auch die im Pokal-Halbfinale von Lazar Spasić zum ersten Mal eingeführte Zonenverteidigung brachte nicht den gewünschten Erfolg. In den darauffolgenden beiden Partien verzichteten die Oldenburger daher wieder auf dieses Mittel. Insgesamt gelingt es den Gegnern aktuell zu häufig, den Ball zu leicht zu bewegen und dadurch offene Würfe zu kreieren – sei es unter dem Korb oder von der Dreierlinie.
Ein weiteres massives Problem ist das Rebounding in der Defensive. Immer wieder gibt es Sequenzen, in denen die Oldenburger zunächst stark verteidigen, den Ballbesitz am Ende jedoch nicht durch einen Rebound sichern können. Solche Situationen sind ein großer Vorteil für das angreifende Team, da die Defensive in diesem Moment oft unsortiert ist. Häufig resultieren daraus direkte Abschlüsse am Korb oder Kick-out-Pässe für einfache Würfe von außen.
In den ersten zehn Spielen lag die Defensiv-Reboundquote der Oldenburger noch bei 65,6 Prozent. In den letzten fünf Partien sank dieser Wert jedoch um nahezu zehn Prozentpunkte auf 56,3 Prozent.
Ein klarer Ansatzpunkt also, an dem die Oldenburger arbeiten müssen, um sich für eigentlich gute Defensivsequenzen auch entsprechend zu belohnen.

Die Offensive

Auch in der Offensive zeigt sich ein ähnliches Bild. Während die Oldenburger in den ersten zehn Ligaspielen unter Spasic noch eine der besten Offensiven der Liga stellten mit einem Rating von 123,7, sind sie in den letzten fünf Ligaspielen mit einem Wert von 108,3 ins untere Tabellendrittel abgerutscht.
Aktuell fehlt es vor allem an Ballbewegung aus der Bewegung heraus. Die Gegner haben sich darauf eingestellt und schaffen es zunehmend, Passwege zuzustellen. Ein gutes Beispiel ist das Anspiel in den Post. Hier hatten die Oldenburger zuletzt vermehrt Probleme, den Ball überhaupt dorthin zu bringen. Stattdessen entstehen Turnover oder es gelingt nicht, den gewünschten Vorteil zu kreieren.
Darüber hinaus haben die Oldenburger Schwierigkeiten, freie Mitspieler zu finden. In der Folge enden einige Angriffe in Isolationen. Erschwerend kommt hinzu, dass in Phasen, in denen es ohnehin nicht läuft, selbst gut herausgespielte offene Würfe nicht fallen.
Ein Blick auf die Assistzahlen unterstreicht diese Entwicklung. In den ersten zehn Spielen kamen die Oldenburger noch auf 16,8 Assists pro Partie bei einer Assistquote von 51,5 Prozent. In den letzten fünf Spielen sind es nur noch 12,4 Assists und eine Quote von 47 Prozent.
Hier wird das Team im Training sicherlich ansetzen müssen, um wieder bessere Wege zu finden, sich offensiv Vorteile zu erarbeiten.

Michale Kyser

Auch in diesem Artikel möchte ich einen Spieler besonders hervorheben. In diesem Fall ist es Michale Kyser. Er bestritt in den letzten fünf Ligaspielen zwar nur vier Partien, da er angeschlagen gegen Ulm pausieren musste, dennoch sticht sein Einfluss deutlich hervor.
Kyser ist der einzige Oldenburger Spieler, der in diesem Zeitraum ein positives Net Rating aufweist. Er kommt auf ein Offensivrating von 107,5 sowie ein Defensivrating von 105,7. Zudem holt das Team mit ihm auf dem Feld 63,4 Prozent der defensiven Rebounds, was ebenfalls den Bestwert im Team darstellt.
Das zeigt klar, welchen positiven Einfluss er auf das Spiel hat. Gleichzeitig könnte es ein Hinweis darauf sein, dass hinter ihm ein zweiter Center fehlt, der ihn in den Minuten ohne ihn auf dem Feld adäquat vertreten kann. Daher bleibt zu hoffen, dass Filip Stanic möglichst bald zurückkehrt.
Die Liga
Schaut man sich das offensiv und defensiv Rating der letzten 5 Liga Spiele der BBL an, so findet man die Oldenburg in dem im unteren linken Bereich wieder, was für eine schwache Defensive und auch schwache Offensive steht. In den letzten beiden Statistiken Artikeln standen die Oldenburger noch in dem oberen rechten Bereich, ein Ziel an dem die Mannschaft arbeiten sollte, dort wieder reinzukommen und damit sich auch in eine gute Ausgangslage um die Play-Ins zu bringen.

Ausblick
Es bleibt zu hoffen, dass sich die Baskets lediglich in einem Formtief befinden und sich hier kein negativer Trend abzeichnet. Die Chance, genau das zu beweisen und zu alter Stärke zurückzufinden, bietet sich bereits am Sonntag um 16:30 Uhr im Spiel gegen Würzburg. Diese Partie kann im Kampf um die Play-Ins noch einmal einen wichtigen Impuls geben.
Quelle: Alle Statistiken sind von der Seite Home | 3StepsBasket