Foto: Ulf Duda / fotoduda.de

Kurz vor Spielende am Sonntag schossen versehentlich gelbe Luftschlangen aus einer Kanone vor die Bank der Würzburger, während BBL-MVP-Kandidat Marcus Carr versuchte, einige davon einzufangen. Eigentlich werden diese nur mit der Schlusssirene bei einem Oldenburger Sieg in die Luft geschossen. Im Spiel selbst verhinderte Carr jedoch mit 23 Punkten, 11 Assists und 7 Rebounds den Oldenburger Erfolg, sodass keine weiteren Luftschlangen mehr aufs Feld geschossen wurden. Die Oldenburger verloren ein lange enges, umkämpftes und sehr physisches Spiel auch aufgrund der starken Leistung des Würzburger Spielers am Ende mit 79:85.

In der ersten Halbzeit zeigten die Oldenburger ihr starkes offensives Potenzial und ließen den Ball gut laufen. Den EWE Baskets gelang es häufig, den Ball in den Post zu bringen, Missmatches zu kreieren und daraus offene Dreier zu erzielen. Die Zahlen unterstreichen dies deutlich. Nur 9 von 22 Abschlüssen kamen aus dem Zweierbereich, während 13 Würfe von jenseits der Dreierlinie genommen wurden und davon 54 Prozent trafen. Lediglich 14 Ballverluste und 8 abgegebene Offensivrebounds verhinderten eine noch deutlichere Führung.

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In der zweiten Halbzeit nahmen die Würzburger den Oldenburgern dann weitgehend ihr Offensivspiel. Die Ballbewegung ließ deutlich nach, und die Gastgeber kamen kaum noch in ihre gewohnten Post-up-Situationen, die Würzburg konsequent unterband. Den EWE Baskets fehlten in dieser Phase die Ideen, sodass viele Angriffe in Eins-gegen-eins-Situationen mit schwierigen Abschlüssen endeten. Am Ende waren 22 Ballverluste und 19 zugelassene Offensivrebounds deutlich zu viel, um ein enges und umkämpftes Spiel zu gewinnen. Eine Entwicklung, die dem Trainerteam definitiv nicht gefallen dürfte und an der in dieser Woche sicher intensiv gearbeitet wird.

Der Dreipunktwurf

Die Oldenburger wirken zu abhängig von ihrem Distanzwurf, wie ein Blick auf die beiden Halbzeiten gegen Würzburg deutlich zeigt. In der ersten Hälfte fielen die Dreier sehr hochprozentig, insgesamt erzielten sie 45 Punkte, davon 21 von außen. In der zweiten Halbzeit hingegen wollte der Wurf nicht mehr fallen oder wurde von den Würzburgern besser verteidigt, wodurch sich das Offensivspiel deutlich erschwerte.

Auch der Vergleich der Punkte in der Zone spricht eine klare Sprache: Oldenburg erzielte hier nur 26 Punkte, während Würzburg auf 40 kam. Besonders bemerkbar machte sich dabei das Fehlen von Filip Stanic, der seine Stärken genau in diesem Bereich hat. Es bleibt zu hoffen, dass er schnell zurückkehrt und dem Spiel wieder mehr Variabilität verleiht.

Brian Fobbs

Brian Fobbs tat sich in diesem Spiel schwer – sinnbildlich für die Oldenburger Offensive. Häufig versuchte er, in Eins-gegen-eins-Situationen das Spiel an sich zu reißen, kam dabei jedoch selten effektiv in die Zone, und auch sein Dreipunktwurf wollte nicht fallen. Gerade er profitiert stark von guter Ballbewegung, um freie Würfe zu bekommen oder mit Vorteil zum Korb zu ziehen. Stattdessen musste er oft schwierige Abschlüsse nehmen.

Ausblick

Die Oldenburger müssen, um aus ihrem Tief herauszukommen, ein weiteres offensives Mittel entwickeln. Mehr Variabilität und bessere Ballbewegung sind entscheidend, um weniger berechenbar zu sein. Vor allem das Inside-Spiel sollte wieder stärker eingebunden werden, um offene Würfe und Drives zu kreieren.

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich direkt in zwei wichtigen Spielen. Am Wochenende geht es gegen Chemnitz, vier Tage später gegen Hamburg. Beide Teams sind direkte Konkurrenten im Kampf um die Play-In-Plätze.

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