Foto: Ulf Duda / fotoduda.de

Am Samstagabend zeigte sich erneut, was den Oldenburgern in dieser Saison fehlt. Neben den Rebounds sind es vor allem die großen Scoring-Runs der Gegner, die ihnen das Leben schwer machen. So unterlag man in einem wichtigen Spiel um die Play-Ins am Ende deutlich mit 85:95.

Das Reboundduell war wieder einer der entscheidenden Faktoren. Oldenburg überließ den Chemnitzern nahezu die Hälfte ihrer eigenen Offensivrebounds und sicherte sich selbst nur knapp 57 % der möglichen Defensivrebounds. Sinnbildlich dafür war eine Szene zu Beginn des dritten Viertels. Seth Hinrichs hatte eigentlich die bessere Position und hätte den Defensivrebound problemlos sichern können. Stattdessen wartete er auf den Ball und von hinten kam Roman Bedime mit mehr Einsatz und erarbeitete so zumindest eine Einwurfsituation für Chemnitz.

In solchen Phasen fehlt den Oldenburgern spürbar die nötige Energie und der absolute Wille. Dadurch leidet auch die Physis in der Verteidigung, was sich besonders im zweiten Viertel zeigte, als man 36 Punkte zuließ. Auffällig ist dabei die Inkonstanz: Immer wieder gibt es Momente, in denen das Team voll da ist und alles versucht, wie am Ende der Partie, als man noch einmal auf vier Punkte herankam.

Offensiv erinnert das Spiel aktuell stark an den Saisonbeginn. Viele Angriffe enden in Einzelaktionen, häufig werden schwierige Würfe genommen, teils sogar unter hohem Druck am Ende der Shot-Clock.

Foto: Ulf Duda / fotoduda.de

Möglicherweise hat man unterschätzt, wie wichtig Woodard für die Mannschaft ist. Mit ihm lief es zu Beginn unter Lazar Spasić deutlich besser. Er riss Lücken, traf den Dreier konstant und entlastete Fobbs sowie Clemons im Spielaufbau enorm. Genau dieser Faktor fehlt derzeit. Sowohl Fobbs als auch Clemons haben aktuell Probleme, Struktur ins Spiel zu bringen. Besonders Fobbs fällt dabei wieder in alte Muster zurück, schwierige Drives zum Korb oder schlecht vorbereitete Würfe aus der Distanz.

Es bleibt zu hoffen, dass Woodard gegen Hamburg wieder zur Verfügung steht und seine Bedeutung für das Spiel erneut unter Beweis stellen kann.

Kampfgeist

Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Mannschaft nicht aufgegeben hat. Trotz eines extrem schwachen zweiten Viertels kämpfte sich Oldenburg im letzten Abschnitt noch einmal auf vier Punkte heran. Der Wille war da, das Spiel noch zu drehen. Letztlich verhinderten jedoch individuelle Fehler, dass die Partie erneut kippte.

Ausblick

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht, was den Oldenburgern vielleicht sogar entgegenkommen könnte. Bereits am Mittwoch geht es in der EWE Arena gegen Hamburg. Mit einem Sieg könnte man wieder etwas Ruhe ins Umfeld bringen.

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