Foto: Ulf Duda / fotoduda.de

Am Samstagabend schossen zum zweiten Mal in diesem Jahr gelbe Luftschlangen aufs Parkett, auf der Anzeigetafel stand am Ende ein 91:84-Sieg. Doch so deutlich, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war die Partie keineswegs. Denn kurz vor Schluss hatte der SYNTAINICS MBC noch die Möglichkeit, die Begegnung auszugleichen.

Die Partie begann ausgeglichen, nach dem ersten Viertel führten die EWE Baskets mit 23:18. Im zweiten Abschnitt konnten sich die Oldenburger zwischenzeitlich etwas absetzen, doch der MBC verkürzte bis zur Halbzeitpause wieder auf sechs Punkte, sodass es mit einer 47:41-Führung für die Gastgeber in die Kabine ging. Nach dem Seitenwechsel erwischten die Oldenburger einen perfekten Start und legten einen 12:0-Lauf hin, der ihnen zunächst eine komfortable Führung verschaffte. Ab Mitte des dritten Viertels entwickelte sich jedoch erneut ein ausgeglichenes Spiel, in dem der MBC bis auf drei Punkte herankam. In dieser Phase übernahm Chris Clemons Verantwortung und stellte mit wichtigen Aktionen die Weichen wieder zugunsten der EWE Baskets.

Defensiv kontrollierten die Oldenburger die Guards des MBC über weite Strecken gut, mit einer Ausnahme: Spencer Reaves war kaum zu stoppen. Der Guard avancierte mit 27 Punkten und sieben Assists zum Topscorer der Partie und traf dabei sechs seiner neun Dreierversuche. In den entscheidenden Momenten der Schlussphase gelang es den Baskets jedoch, Reaves aus dem Rhythmus zu bringen und ihn mit harter Verteidigung zu schwierigen Abschlüssen zu zwingen.

Im Schnitt nimmt Oldenburg 27 Drei-Punkte-Würfe pro Partie, gegen den MBC waren es jedoch nur 20. Die Gäste hatten sich gut auf das Ballmovement der Oldenburger eingestellt und unterbanden mit wechselnden Verteidigungsformen immer wieder den offensiven Flow. Vor allem die Zonenverteidigung bereitete den Baskets Probleme und nahm ihnen insbesondere ab Mitte des dritten Viertels den Rhythmus. Das spiegelte sich auch in den Zahlen wider: Oldenburg traf nur 35 Prozent seiner Würfe von außen, rund zehn Prozent weniger als im Schnitt der vergangenen fünf Spiele.

Trotzdem fanden die EWE Baskets Lösungen. Durch taktische Umstellungen erspielten sie sich vermehrt Abschlüsse am Korb und erzielten trotz des zeitweise fehlenden Flows und des stark eingeschränkten Distanzwurfs 91 Punkte. Mit einem Offensivrating von 128,2 gelang der Offensive dabei ein außergewöhnlich starker Auftritt.

Rebound-Duell

Hervorzuheben ist das Reboundduell. Während die EWE Baskets im Spiel gegen ALBA Berlin noch 20 Offensiv-Rebounds zugelassen hatten, waren es diesmal nur sieben. Insgesamt wurde das Reboundduell klar mit 36 zu 25 gewonnen. Einen großen Anteil daran hatte Nicho Tischler, der acht Rebounds beisteuerte und mit 19 Punkten nur knapp ein Double-Double verpasste.

Der Gewinn des Reboundduells war besonders wichtig, da beide Mannschaften am Ende auf jeweils 61 Wurfversuche kamen.

Colin Schroeder

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Wie bereits in Berlin stand Colin Schroeder auch diesmal in der Starting Five und durfte somit zum zweiten Mal in Folge den Jumpball ausführen, den er erneut gewann. Im Vergleich zum vorherigen Spiel erhielt er diesmal knapp zwölf Minuten Einsatzzeit und zeigte dabei eine starke Leistung. Mit vier Punkten, fünf Rebounds und einem Assist legte er gute Statistiken auf. Besonders hervorzuheben ist jedoch sein Plus-Minus-Wert. Mit +15 erzielte Schroeder den besten Wert im gesamten Team.

In einem kurzen Interview nach dem Spiel sagte er, wie wunderschön es für ihn gewesen sei, erstmals in der Starting Five gegen Berlin zu stehen. Zudem betonte er das Vertrauen des Coaches, das ihm viel Kraft gebe, ebenso wie die Unterstützung der Fans. Auch hob er hervor, dass ihm die zusätzliche Spielzeit enorm helfe, da er so besser in den Flow komme und schneller ins Spiel finde.

Ausblick

Am Freitag steht für die EWE Baskets das nächste wichtige Spiel an. Gegen die MLP Academics Heidelberg haben die Oldenburger die Chance, sich weiter von den unteren Tabellenrängen zu entfernen und den Blick verstärkt in Richtung Play-Ins zu richten. Ein ausführlicher Vorbericht folgt.

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