Der erste Taktik-Blogeintrag beschäftigt sich mit dem Pick-and-Roll. Das Pick-and-Roll ist einer der ältesten und grundlegendsten Spielzüge im Basketball. Dabei gibt es viele verschiedene Varianten, auf die ich im Laufe der Zeit noch genauer eingehen möchte. In diesem Artikel soll es zunächst um die Basics gehen.
Was ist eigentlich Pick-and-Roll?
Der Spielzug besteht aus einem offensiven Spieler mit Ball, der von einem Mitspieler einen Block gestellt bekommt (Pick). Anschließend bewegt sich der blockstellende Spieler Richtung Korb (Roll), um entweder den Ball zu erhalten oder Platz für den ballführenden Spieler zu schaffen.
Das Pick-and-Roll gehört zu den am häufigsten verwendeten Spielzügen im Basketball und kann in vielen unterschiedlichen Varianten gespielt werden. Um zunächst ein Grundverständnis zu schaffen, wird hier das klassische 1-5 Pick-and-Roll erklärt. Die „1“ steht dabei für den Point Guard und die „5“ für den Center – also ein Zusammenspiel zwischen dem ballführenden Aufbauspieler und dem Center.
Der Aufbauspieler dribbelt den Ball auf Höhe der Dreierlinie (Top oft the key). Anschließend kommt der Center aus der Zone nach oben gelaufen und stellt einen Block gegen den Verteidiger des Aufbauspielers. Wichtig ist dabei, dass der blockstellende Spieler beim Kontakt stehen bleibt, um keinen bewegten Block zu verursachen und dadurch ein Foul zu riskieren.
Der Verteidiger des Centers muss ebenfalls weit nach oben an die Dreierlinie zum Verteidigen. Andernfalls würde eine 2-gegen-1-Situation entstehen, die der Angriff leicht ausnutzen könnte. So zieht man den Verteidigen Center auch aus der Zone raus.

Der Blocksteller fungiert dabei als Barriere, die es dem Ballführer ermöglicht, sich von seinem Verteidiger zu lösen und einen Vorteil zu verschaffen. Anschließend rollt der blockstellende Spieler zum Korb ab, um dort als Anspielstation für den Aufbauspieler bereit zu stehen.

Abbildung 2. Der Block vom Center wurde gestellt und kann jetzt Richtung Korb abrollen (Plays | The Hoops Geek)
Die Aufgaben der beiden Spieler
Der Blocksteller hat beim Pick-and-Roll die Aufgabe, dem Ballführer durch einen gut gesetzten Block mehr Raum und Zeit zu verschaffen. Dafür positioniert er sich so, dass der Verteidiger nicht direkt am Ballführer dranbleiben kann. Wichtig ist dabei vor allem ein stabiler Stand, wie oben beschrieben, denn bewegt sich der Blocksteller beim Kontakt, wird schnell ein Offensivfoul gepfiffen.
Sobald der Block gesetzt wurde, löst sich der Blocksteller Richtung Korb. Dieses „Abrollen“ sorgt dafür, dass er anspielbar wird und die Verteidigung vor neue Probleme stellt. Muss die Defense den Weg zum Korb absichern, entstehen oft freie Räume für andere Spieler oder für den Ballführer selbst. Entscheidend ist hierbei vor allem das Zusammenspiel zwischen beiden Spielern und das richtige Timing.
Der Ballführer muss den Block möglichst eng nutzen, um seinen Verteidiger effektiv abzuschütteln. Je näher er am Block vorbeidribbelt, desto schwerer wird es für die Verteidigung, wieder vor den Angreifer zu kommen. Dadurch entsteht häufig ein kurzer Vorteil, den der Angriff direkt nutzen kann.
Nach dem Block muss der Ballführer schnell reagieren und die Situation lesen. Je nachdem, wie die Verteidigung verteidigt, kann er selbst zum Korb ziehen, den Wurf nehmen oder den zum Korb rollenden Mitspieler anspielen. Genau diese vielen Möglichkeiten machen das Pick-and-Roll so gefährlich und zu einem der wichtigsten Spielzüge im modernen Basketball.
Ausblick
Das Pick-and-Roll bietet zahlreiche Möglichkeiten, eine Offensive einzuleiten, und zählt deshalb zu den vielseitigsten Spielzügen im Basketball. Dabei gibt es viele verschiedene Varianten, wie zum Beispiel das Spain Pick-and-Roll, das High Pick-and-Roll oder den Short Roll.
Darüber hinaus ergeben sich viele weitere taktische Fragen: Welcher Winkel ist für den Block am effektivsten? Welche Aufgaben übernehmen die anderen drei Spieler abseits des Balls? Und wie verteidigt man ein Pick-and-Roll eigentlich richtig?
Auf diese und weitere Themen möchte ich in den nächsten Wochen genauer eingehen.
Quelle: The Hoops Geek – We Make Life Easier for Basketball Coaches