Foto: Christian Becker

Am Samstagabend kamen die Oldenburger kurz vor Schluss noch einmal auf vier Punkte heran, doch anders als im vorherigen Heimspiel sollte das Comeback diesmal nicht gelingen. Die Hagener hatten in den entscheidenden Phasen stets die richtige Antwort parat. Zudem war das Loch, das sich die Oldenburger durch mangelnde Intensität und Konzentration in der ersten Halbzeit gegraben hatten, letztlich zu tief. Dabei war genau diese Intensität von Beginn an ein angesprochener Key to Win.

Zwar gelang Hagen offensiv vieles, doch 53 Punkte zur Halbzeit bei lediglich 39 eigenen Zählern waren aus Oldenburger Sicht schlicht zu viel. Die Gastgeber ließen sich zu sehr auf das schnelle Spiel der Hagener ein, das ihnen vor allem in der ersten Halbzeit in die Karten spielte. Ein Blick auf die Pace verdeutlicht den Unterschied zwischen den beiden Spielhälften. In der ersten Halbzeit lag diese bei 75 Angriffen auf 40 Minuten hochgerechnet, in der zweiten Halbzeit sank sie auf 69. Damit zeigten sich zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten.

Positives

Die defensive Intensität war in der zweiten Halbzeit deutlich besser und hat gezeigt, wozu die Mannschaft in der Lage ist. So ließen die Oldenburger nach der Pause nur noch 34 Punkte zu. Zudem bewiesen sie einmal mehr ihre Comeback-Qualitäten, auch wenn die Aufholjagd diesmal nicht von Erfolg gekrönt war. Mit der richtigen Intensität und Konzentration kann die Mannschaft selbst bei einer nur acht Spieler umfassenden Rotation bis in die Schlussphase eines Spiels zurückkommen. Eine Stärke, die noch mehr zum Tragen kommen dürfte, sobald alle verletzten Spieler wieder zur Verfügung stehen.

Statement von Nicho Tischlerzum Spiel:

„Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, defensiv konzentrierter spielen und die Ballverluste reduzieren. Vielleicht hat uns nach dem München-Spiel etwas Selbstvertrauen gefehlt, aber das darf keine Ausrede sein. Die kurze Rotation ist ebenfalls kein Grund, denn wir haben auch mit wenigen Spielern Spiele gewonnen. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir von Beginn an liefern.“

Taktikcheck

Hier möchte ich die bereits angesprochene Pace noch einmal aufgreifen. Knapp drei Minuten vor Ende des dritten Viertels kommen die Oldenburger auf sechs Punkte heran, es steht 33:39. Anschließend erhöhen die Hagener das Tempo deutlich und nutzen die sich bietenden Chancen konsequent. Zunächst trifft Garino einen Dreier, bevor Hagen den nächsten Angriff innerhalb von nur acht Sekunden mit einem einfachen, nahezu unbedrängten Lay-up abschließt (Dyn-Zeitstempel 00:57:14).

Der anschließende Angriff der Oldenburger ist zwar erfolgreich, doch Hagen wirft den Ball schnell ein und kommt bereits nach fünf Sekunden zum nächsten nahezu freien Dreier. Oldenburg versucht zeitweise, das hohe Tempo mitzugehen. So zieht Jeremy Roach einmal selbst schnell zum gegnerischen Korb, kann den Angriff jedoch nicht erfolgreich abschließen (Dyn-Zeitstempel 01:01:49).

In den letzten anderthalb Minuten gelingt es den Oldenburgern schließlich, Hagen häufiger ins Halbfeld zu zwingen. Im Basketball bedeutet das, den Gegner daran zu hindern, schnelle Fastbreaks zu laufen, und ihn stattdessen in einen strukturierten Angriff gegen die bereits organisierte Verteidigung zu bringen. Dadurch sollen einfache Punkte im Umschaltspiel verhindert werden.

Die Hagener finden jedoch auch gegen die organisierte Verteidigung Lösungen und treffen schwierige Würfe gegen den direkten Gegenspieler. So geht die Schlussphase des dritten Viertels aus Oldenburger Sicht mit 6:14 verloren.

In der zweiten Halbzeit verlangsamte sich das Tempo der Hagener, wodurch es ihnen zunehmend schwerer fiel, zu einfachen Punkten zu kommen. Im letzten Viertel versuchten die Oldenburger zudem, den Rhythmus der Gäste mit einer Switch-Defense zu brechen. Der Ansatz zeigte Wirkung und Oldenburg kam noch einmal bis auf vier Punkte heran. Doch an diesem Abend war die Dreierquote der Hagener schlicht zu stark, um das Comeback noch zu vollenden.

Ausblick

Die Oldenburger haben direkt die Chance es am Freitag im BBL Pokal besser zu machen und direkt mit hoher Intensität ins Spiel zu starten. Auch wissen die Oldenburger Spieler, dass Sie es besser können, denn am Anfang der Saison haben Sie gezeit, wie stark sie als Mannschaft agieren und auftreten können. Jetzt muss man diese Einstellung und Konfidance nur wieder finden.

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