Nachdem im ersten Artikel die Grundlagen des Pick and Rolls im Mittelpunkt standen, richtet sich der Fokus nun auf die Vorbereitung der Aktion. Denn ein erfolgreiches Pick and Roll beginnt bereits vor dem eigentlichen Block. Aspekte wie Spacing, Timing und die Abstimmung aller Beteiligten sind entscheidend, um die Situation optimal auszuspielen.

Spacing

Bei einem Pick and Roll sind nicht nur der Blocksteller und der Ballhandler beteiligt. Auf dem Basketballfeld stehen schließlich noch drei weitere Spieler. Auch wenn sie nicht direkt in die Aktion eingebunden sind, übernehmen sie eine wichtige Aufgabe. Sie sorgen für das notwendige Spacing und schaffen dadurch Raum für das Pick and Roll.

Ein Beispiel dafür ist das sogenannte „5-Out“. Dabei stehen alle fünf Spieler außerhalb der Dreipunktlinie. Dadurch bleibt die Zone frei und es entsteht mehr Platz für Drives, Cuts oder Abschlüsse am Korb. Gleichzeitig wird die Verteidigung vor eine schwierige Entscheidung gestellt. Entweder verteidigt sie eng an der Dreierlinie oder sie hilft am Korb aus. Dadurch entsteht oft irgendwo auf dem Feld ein freier Spieler.

Abbildung 1. Pick and Roll mit einer „5-Out“ Aufstellung. (Grafik erstellt mit Basketball Play Creator App – Easily Draw Plays in the Browser)

Ein weiteres Beispiel ist die sogenannte „4-Out-1-In“-Aufstellung. Wie der Name schon sagt, befindet sich dabei ein Spieler in der Zone, während die anderen vier außerhalb der Dreipunktlinie stehen. Der Spieler in der Zone kann für zusätzliche Optionen genutzt werden, zum Beispiel um Blöcke zu stellen oder als Anspielstation in Korbnähe zu dienen.

In Zukunft werde ich noch auf weitere Pick-and-Roll-Varianten eingehen, bei denen mehrere Spieler beteiligt sind. Zunächst ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die drei weiteren Spieler vor allem für das Spacing abseits des Balles verantwortlich sind und dadurch Räume sowie Lücken in der Verteidigung schaffen können.

Timing und der richtige Block

Neben dem Spacing spielt auch das Timing im Pick and Roll eine entscheidende Rolle. Der Spielzug sollte erst gestartet werden, wenn die offensive Grundaufstellung steht und der Ablauf vorbereitet ist. Für den Ballhandler ist es wichtig, nicht zu früh in die Aktion zu gehen. Erst wenn der Block stabil gesetzt ist, sollte er ihn nutzen. So wird vermieden, dass der Screener ein Offensivfoul begeht oder der Verteidiger leicht am Screen vorbeikommt.

Ebenso entscheidend ist der Winkel des Screens. Besonders effektiv ist ein etwa 45-Grad-Winkel, bei dem der Rücken des Screeners in Richtung Seitenlinie oder Ecke zeigt. Diese Ausrichtung hat sich vor allem beim On-Ball-Screen bewährt. Ein 90-Grad-Winkel ist oft problematisch, da der Verteidiger relativ leicht unter dem Block hindurchgehen und schnell wieder in die Verteidigung des Ballhandlers zurückkehren kann. Der Screen verliert dadurch an Wirkung. Ein 0-Grad-Winkel ist ebenfalls ungünstig, da der Block zu weit hinter dem Verteidiger liegt. In diesem Fall kann der Verteidiger problemlos über den Screen gehen.

Der 45-Grad-Winkel stellt einen sinnvollen Mittelweg dar. Er ist so ausgerichtet, dass er der natürlichen Angriffsrichtung des Ballhandlers entspricht. Dadurch wird es für den Verteidiger deutlich schwieriger, weder über noch unter dem Block effektiv zu verteidigen. Grundsätzlich sollte der Screener seinen Körper so positionieren, dass sein Rücken in die Richtung zeigt, in die der Ballhandler mit seinem ersten Schritt angreifen möchte. Genau deshalb ist dieser Winkel im Pick and Roll besonders wirkungsvoll, da er die Bewegung des Angreifers unterstützt und der Verteidigung keine einfache Lösung lässt.

Abbildung 2. Die verschiedenen Winkel des Blockstellens. (Grafik erstellt mit Basketball Play Creator App – Easily Draw Plays in the Browser)

Vorbereitung und Ausführung des Pick and Rolls.

Bevor dem Aufbauspieler ein Block gestellt wird und somit das Pick and Roll startet, passiert schon einiges. Für den Ballhandleer gilt es bereits etwas Abstand zum Verteidger zu gewinnen, bevor das Pick and Roll startet. Denn so kann verhindert werden das der leicht unter oder über den Block kommen kann, wodurch der Vorteil der Aktion verloren geht. Deshalb ist es wichtig, den Verteidiger konstant unter Druck zu setzen und unberechenbar zu bleiben. Gute Verteidiger nutzen sonst genau solche Momente, um den Ball zu attackieren oder den Angriff früh zu stören.

Ein zentraler Aspekt dabei ist die Täuschung. Der Verteidiger soll nicht erkennen können, welche Aktion als Nächstes folgt. Eine Möglichkeit dafür ist die Triple-Threat-Position. Sie wird so genannt, weil der Spieler in dieser Haltung jederzeit werfen, passen oder dribbeln kann. Diese Position ist aus dem Stand heraus, wenn der Spieler den Ball in der Hand hat. Durch kleine Bewegungen oder einen Schritt in Richtung Verteidiger lässt sich dabei zusätzlicher Raum schaffen.

Sollte der Spieler jedoch bereits dribbeln, helfen Richtungswechsel, Tempowechsel oder kleine Finten, um den Verteidiger in die Irre zu führen. Ziel ist es, ihn vom kommenden Screen wegzulenken oder ihn so zu binden, dass er später im Block hängen bleibt. Auch Blick- und Passfinten sind sehr wirkungsvoll, da Verteidiger auf Augen und Körpersprache reagieren können. Es können also schon kleine Täuschungen ausreichen, um den entscheidenden Raum zu erzeugen.

Abstand zwischen Screener und seinem Verteidiger schaffen

Nicht nur der Ballhandler, sondern auch der Spieler, der den Block stellt, muss sich versuchen, von seinem Gegenspieler zu lösen. Wenn sein Verteidiger direkt an ihm klebt, kann der Screen nicht sauber oder zu spät gesetzt werden. Dafür werden häufig Bewegungen ohne Ball genutzt, um kurz Abstand zu gewinnen oder den Verteidiger zu verzögern. Wichtig ist, dass der Screener nicht immer gleich agiert, da er sonst leicht zu lesen ist. Variabilität in Bewegung, Blickrichtung und Timing macht ihn schwerer zu verteidigen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Timing. Der Screener sollte nicht dauerhaft „bereitstehen“, sondern im richtigen Moment mit einem plötzlichen Antritt in die Screen-Position kommen. Ein Wechsel zwischen Ruhe und explosivem Antritt ist dabei besonders effektiv, weil Verteidiger oft genau in solchen Momenten kurz unaufmerksam werden.

Zusätzlich kann der Screener durch einen vorherigen Off-Ball-Screen (bei dem er selbst erst frei wird) besser in Position gebracht werden. Diese sogenannte „Vorblock“-Aktion hilft besonders gegen aggressive Verteidigungsformen, bei denen viel Druck auf den Ballhandler ausgeübt wird.

Ausblick

Nachdem in diesem Artikel die Vorbereitung des Pick and Rolls behandelt wurde, geht es im nächsten Artikel um verschiedene Möglichkeiten gegen eine Low- und High-Drop-Verteidigung. Dabei werden unterschiedliche Lösungsansätze vorgestellt, darunter auch das Pick and Pop – eine Variante des Pick and Rolls, bei der der Blocksteller nach dem Screen nicht zum Korb abrollt, sondern sich für einen Wurf nach außen bewegt.

Quelle: The All-In-One Basketball Coaching Suite | The Hoops Geek

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