Foto: Ulf Duda / fotoduda.de

Bei noch knapp zwei Minuten vor Ende des zweiten Viertels stopfte Tylan Pope den Ball über Colin Welp hinweg in den Korb. Die Aktion zeigte dabei nicht nur, was in Pope steckt, sondern brachte auch das Publikum endgültig ins Spiel. Plötzlich war die Stimmung da und die Energie in der Halle deutlich höher als in den ersten 18 Minuten. Und genau so sollte es weitergehen. Trotz eines schwierigen dritten Viertels behielten die Oldenburger die Kontrolle und konnten sich am Ende mit 96:81 gegen die Gäste durchsetzen.

Die Statistiken des Spiel

Nicho Tischler und Tylan Pope zeigten, wie wichtig sie auch offensiv für die Oldenburger sein können. Tischler kam auf ein Offensiv-Rating von 145,3, Pope sogar auf 147,4. Damit gehörten beide zu den effizientesten Offensivspielern der Partie. Auch insgesamt präsentierte sich die Offensive der Oldenburger mit einem Rating von 137,1 äußerst stark. Ein Wert, den man nach den vergangenen beiden Spielen vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte, schließlich stand dort vor allem die Defensive im Mittelpunkt.

Auch beim Rebounding zeigten die Oldenburger ihre Stärke. Insgesamt sicherten sie sich 58,8 Prozent aller verfügbaren Rebounds und entschieden das Duell an den Brettern damit deutlich für sich. Besonders am defensiven Brett überzeugte das Team mit einer Rebound-Rate von 63,2 Prozent. Gegen eine Mannschaft mit viel Größe ist das ein wichtiger Wert und könnte sich im Laufe der Saison noch als eine der Stärken der Oldenburger herausstellen.

Eine Statistik fällt dagegen eher negativ aus. Von der Freiwurflinie kamen die Oldenburger lediglich auf eine Quote von 67,9 Prozent. Insgesamt blieben damit neun Freiwürfe liegen. Gerade über eine lange Saison kann eine solche Schwäche zum Problem werden, wenn enge Spiele am Ende an der Freiwurflinie entschieden werden.

Die Defense

Spannend war auch die Aussage von Nicho Tischler nach dem Spiel im Dyn-Interview. Er zeigte sich mit der Defensive der Oldenburger noch nicht zufrieden. Ganz zustimmen würde ich ihm dabei nicht. Zwar gab es durchaus einige Situationen, in denen die Defensive noch nicht perfekt abgestimmt war, gleichzeitig waren aber auch viele starke Szenen dabei.

Gerade Tylan Pope und Nicho Tischler selbst sind dabei hervorzuheben. Beide verteidigten ihre Gegenspieler über weite Strecken sehr gut und hielten sie konsequent vor sich. Auch die Advanced Stats zeichnen kein schlechtes Bild. Mit einem Defensive Rating von 115,7 war die Defensive insgesamt solide.

Viel wichtiger ist aber, dass bereits einige gute Ansätze zu erkennen waren. Auf diese Szenen können die Oldenburger aufbauen. Mit zunehmender Spielzeit und besserer Abstimmung innerhalb des Teams sollte auch die Defensive noch stabiler werden.

Spieler des Spiels

Foto: Ulf Duda / fotoduda.de

Hier hätte es gleich mehrere Spieler gegeben, die diesen Titel verdient gehabt hätten. Genau das dürfte auch ganz im Sinne von Milenko Bogićević sein. Denn er möchte nicht von einem einzelnen Spieler abhängig sein, sondern die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen.

Das zeigte sich auch auf dem Scoreboard. Gleich fünf Spieler kamen auf 13 oder mehr Punkte und machten die Wahl zum Spieler des Spiels alles andere als einfach. Jeremy Roach steuerte 16 Punkte und 11 Assists bei, Demajeo Wiggins kam auf 14 Punkte und 10 Rebounds, Tylan Pope auf 13 Punkte, 7 Rebounds und 3 Blocks. Nicho Tischler legte mit 17 Punkten, 3 Rebounds und 4 Assist ebenfalls eine starke Partie hin.

Für mich geht der Titel am Ende trotzdem an Tylan Pope. Mit seiner Energie, seiner Defense und seinem Einsatz war er für mich ein entscheidender Faktor. Aber klar ist auch: An diesem Abend hätten hier problemlos mehrere Namen stehen können.

Taktikcheck

Hier geht es um das Highlight des Spiels und wie perfekt dieser Spielzug das Pick and Roll zeigt. Es geht um den Dunk von Tylen Pope kurz vor Ende des zweiten Viertels (Dyn 1:02:20).

Der Einwurf kommt von der gegnerischen Grundlinie ins Spiel und geht anschließend zu Jeremy Roach auf Höhe der Mittellinie. Dort startet dann das Pick and Roll. Dieses Mal kommt der Block allerdings nicht vom Center, sondern vom Power Forward Pope.

Pope stellt den Block für Roach, während sein Verteidiger hart herausgeht und versucht, Roach zu stoppen. Pope rollt anschließend konsequent zum Korb ab. In diesem Moment orientiert sich der Guard-Verteidiger Hunt wieder zurück zu Roach und lässt Pope damit frei. Roach erkennt die Situation sofort, spielt den Pass zu Pope und der geht direkt zum Korb. Am Ende steht der spektakuläre Dunk.

Ein schönes Beispiel dafür, dass ein Pick and Roll nicht zwingend mit einem klassischen Center gespielt werden muss. Entscheidend ist vor allem, wie die Verteidigung auf den Block reagiert und wie gut der abrollende Spieler den freien Raum attackiert.

Ausblick

Foto: Ulf Duda / fotoduda.de

Eine lange Pause bleibt den Oldenburgern allerdings nicht, denn bereits am Freitag steht das nächste Spiel an. Dann geht es für die EWE Baskets nach Würzburg, wo um 20 Uhr der Tip-off erfolgt. Anschließend heißt es schnell zurück aus Bayern nach Oldenburg, denn bereits am Sonntag wartet um 16:30 Uhr das Heimspiel gegen die Hamburger.

Damit steht den Oldenburgern ein intensives Wochenende bevor. Mit zwei Spielen innerhalb von drei Tagen können sie dabei einen wichtigen Grundstein für einen guten Start in die Liga legen.

Posted in