
Am Samstag um 18:30 Uhr sind die EWE Baskets Oldenburg in der Ratiopharm Arena in Ulm gefordert. Nach zuletzt drei Niederlagen in der BBL in Folge wollen die Oldenburger endlich wieder zurück in die Erfolgsspur finden.
Ausblick
Ein wichtiger Faktor dürfte dabei die personelle Situation auf den Guard-Positionen sein. In den vergangenen beiden Niederlagen war deutlich zu erkennen, dass den Oldenburgern gegen Ende der Spiele zunehmend die Kräfte ausgingen. Vor allem im Schlussviertel fehlte es an der nötigen Frische, um über 40 Minuten auf einem konstanten Niveau zu spielen.
Von den Baskets war zu hören, dass Le’tre Darthard und Nate Johnson bereits vor dem Spiel gegen Bamberg wieder am Mannschaftstraining teilgenommen hatten. Daher bleibt zu hoffen, dass zumindest einer der beiden am Samstag in den Kader zurückkehrt. Noch besser wäre es natürlich, wenn beide wieder zur Verfügung stehen würden. Das würde nicht nur die Rotation entlasten, sondern könnte auch für mehr Durchschlagskraft und besseres Spacing in der Offensive sorgen.
Auch die Ulmer dürften sich den Start in die Saison anders vorgestellt haben. Zwar konnten sie ihre ersten beiden Spiele gewinnen, anschließend folgten jedoch vier Niederlagen in Serie gegen Würzburg, Weißenfels, Vechta und Berlin. Besonders bitter aus Ulmer Sicht ist dabei, dass drei dieser Niederlagen auswärts zustande kamen.
Auffällig ist zudem die hohe Belastung einiger Ulmer Leistungsträger. Michael Rataj, Ibi Watson und Jaylen Sims stehen jeweils rund 30 Minuten pro Spiel auf dem Parkett. Watson kommt sogar auf mehr als 32 Minuten im Schnitt. Auch bei den Oldenburgern müssen einige Spieler zuletzt viele Minuten absolvieren. Während die hohe Belastung in Oldenburg allerdings vor allem mit der angespannten Verletzungssituation zusammenhängt, scheint sie in Ulm stärker Teil der bisherigen Rotation zu sein.
Unter Trainer Ty Harrelson zeichneten sich die Ulmer in der Vergangenheit häufig durch eine stabile Defensive aus. Die Verteidigung gehörte zu den Stärken des Teams und bildete eine wichtige Grundlage für den eigenen Spielstil. In den ersten sechs Saisonspielen zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Mit einem Defensivrating von 114,8 präsentieren sich die Ulmer bislang deutlich anfälliger. Für die Oldenburger könnte sich hier eine Chance bieten, sofern sie es schaffen, die gegnerische Defensive konsequent unter Druck zu setzen und ihre eigenen Ballverluste zu begrenzen.
Keys to win

- Rebounds
- Dreierquote
- Turnover
Ein Ansatzpunkt für die Oldenburger könnte das Rebounding sein. Ulm ist schwach in die Saison gestartet, wenn es um die Kontrolle der Bretter geht. Die Ulmer sichern sich lediglich 46,6 Prozent aller Rebounds und belegen damit den 15. Platz in der Liga. Oldenburg ist in dieser Kategorie deutlich besser aufgestellt und liegt mit einer Reboundquote von 51,9 Prozent auf Rang fünf. Besonders am defensiven Brett überzeugen die Baskets. Mit einer Defensiv-Reboundquote von 70,6 Prozent stellen sie das zweitbeste Team der Liga. Diesen Vorteil gilt es in Ulm zu nutzen, um dem Gegner möglichst wenige zweite Wurfchancen zu ermöglichen und selbst zusätzliche Ballbesitze zu generieren.
Beide Mannschaften nehmen bislang vergleichsweise wenige Dreier. Oldenburg versucht es im Schnitt mit nur 22,3 Würfen von jenseits der Dreipunktelinie pro Spiel und ist damit das Team mit den wenigsten Dreier-Versuchen in der Liga. Ulm liegt mit 23,7 Versuchen auf dem vorletzten Platz. Hinzu kommt, dass beide Teams bislang keine besonders überzeugende Trefferquote von außen aufweisen. Für Oldenburg wird es daher wichtig sein, den Dreier zuverlässiger zu treffen. Eine größere Gefahr von außen könnte die gegnerische Defensive dazu zwingen, weiter herauszurücken, und dadurch mehr Platz in der Zone schaffen. Die mögliche Rückkehr von Nate Johnson und Le’tre Darthard wäre dafür besonders wertvoll, da beide zusätzliche Optionen auf den Guard-Positionen bieten würden.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Umgang mit dem Ball. Ulm leistet sich mit durchschnittlich 11,8 Turnovern pro Spiel die zweitwenigsten Ballverluste der Liga. Für die Oldenburger wird es deshalb entscheidend sein, den Gegner früh unter Druck zu setzen und Fehler zu erzwingen, ohne dabei selbst zu viele Ballverluste zu produzieren.
Ausblick

Viel wird in Ulm von der Personalsituation der Oldenburger abhängen. Mit einer breiteren Rotation könnten die Baskets die Spielminuten besser verteilen und hätten gerade im Schlussviertel mehr Kraftreserven. Gleichzeitig haben sie in den vergangenen Spielen gezeigt, dass sie sich auch in schwierigen Situationen nicht aufgeben und bis zum Ende kämpfen. Da auch Ulm bislang nicht überzeugend in die Saison gestartet ist, bietet sich den Oldenburgern selbst mit einer weiterhin kurzen Rotation die Chance, etwas Zählbares mitzunehmen. Entscheidend wird sein, die eigenen Stärken beim Rebounding auszuspielen und die sich bietenden Möglichkeiten in der Offensive konsequenter zu nutzen. Am Samstag gegen 20:30 Uhr wissen wir mehr.