
Über drei Viertel zeigten die Oldenburger eine starke Partie, doch am Ende mussten sie ihrer kurzen Rotation mit nur sieben Spielern Tribut zollen. Während die Bamberger auf eine Elf-Mann-Rotation zurückgreifen konnten, fehlten den Oldenburgern im Schlussviertel zunehmend die Kräfte.
Vor dem letzten Viertel lagen die EWE Baskets noch mit 64:60 in Führung. Doch in den letzten zehn Minuten schlichen sich immer mehr Fehler ein, und die Müdigkeit war den Oldenburgern deutlich anzumerken. Einige Würfe gerieten zu kurz oder verfehlten ihr Ziel, während Stefan Momirov aufgrund von Krämpfen zwischenzeitlich vom Feld musste.
Wie stark sich der Kräfteverschleiß bemerkbar machte, zeigt auch ein Blick auf die Turnover. Neun ihrer insgesamt 19 Ballverluste leisteten sich die Oldenburger allein im Schlussviertel – also fast die Hälfte. Zudem fanden nur zwei ihrer acht Würfe den Weg in den Korb.
Die Bamberger nutzten die nachlassenden Kräfte der Oldenburger eiskalt aus und entschieden das Schlussviertel mit 20:6 für sich. Damit drehten sie die Partie endgültig und sicherten sich einen 80:70-Auswärtssieg.
Positives
Positiv hervorzuheben war auf jeden Fall Tylan Pope, der in den vergangenen Spielen zunehmend Schwierigkeiten hatte und beispielsweise gegen Bonn nur neun Minuten auf dem Parkett stand. Gegen Bamberg zeigte er jedoch wieder die Form, die ihn in den ersten Saisonspielen ausgezeichnet hatte. Mit 17 Punkten und vier Rebounds, davon drei am offensiven Brett, setzte er wichtige Akzente. Besonders effizient präsentierte er sich aus dem Zweipunktebereich, wo er sieben seiner neun Würfe verwandelte. Zudem überzeugte Pope mit viel Energie und Einsatz.
Auch Demajeo Wiggins verdient eine Erwähnung. Mit 13 Punkten und neun Rebounds, die einmal mehr seine Präsenz unter dem Korb unterstrichen, lieferte er eine starke Leistung ab. Besonders erfreulich ist dabei seine Entwicklung an der Freiwurflinie. Bei seiner Verpflichtung hatte ich noch die Sorge, dass seine schwache Freiwurfquote aus früheren Jahren in engen Spielen zum Problem werden könnte, wenn Gegner ihn gezielt an die Linie schicken. Gegen Bamberg zeigte Wiggins jedoch, dass er sich in diesem Bereich verbessert hat. Er verwandelte alle drei Freiwürfe und liegt damit in der laufenden BBL-Saison bei einer Quote von 60 Prozent. Eine Entwicklung, die Hoffnung macht und gerade mit Blick auf enge Schlussphasen wichtig werden könnte.
Was muss besser werden
Ein Blick auf den Boxscore zeigt, dass vor allem die Dreierquote ausbaufähig ist. Die Oldenburger trafen lediglich drei ihrer 18 Versuche von jenseits der Dreierlinie, was einer Quote von nur 16,7 Prozent entspricht.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass mit Le’tre Darthard und Nate Johnson zwei gute Distanzschützen fehlten. Auch Nicho Tischler, der in dieser Saison bislang starke 54,2 Prozent seiner Dreier verwandelt hatte, stand nicht zur Verfügung. Dennoch müssen die Oldenburger von außen zuverlässiger treffen. Andernfalls können sich die Gegner stärker auf die Zone konzentrieren und den Weg zum Korb deutlich erschweren. Eine funktionierende Dreierquote ist daher entscheidend, um das eigene Offensivspiel variabler zu gestalten und den nötigen Raum für die Angriffe zum Korb zu schaffen.
Ausblick

Nach dem Spiel gegen Bamberg stehen für die EWE Baskets zunächst zwei Auswärtsreisen an. Am Samstag geht es um 18:30 Uhr gegen Ulm, bevor die Oldenburger eine Woche später am Sonntag um 16:30 Uhr in Ludwigsburg gefordert sind. Dabei bleibt zu hoffen, dass Le’tre Darthard oder Nate Johnson bis dahin wieder zurückkehren, bestenfalls sogar beide. Ihre Rückkehr würde nicht nur die Minutenverteilung auf den Guard-Positionen entlasten, sondern auch für mehr Spacing in der Offensive sorgen. Gerade nach den zuletzt schwachen Wurfquoten von außen könnte das ein wichtiger Faktor sein, um dem Oldenburger Angriff wieder mehr Variabilität zu verleihen.