
Am Freitagabend konnten sich die EWE Baskets nicht nur über den Sieg freuen, sondern auch darüber, dass sie Moral gezeigt und einen Neun-Punkte-Rückstand drei Minuten vor Ende des dritten Viertels noch gedreht hatten. Am Ende gewannen die Oldenburger mit 77:68.
Statistik des Spiels
Was sofort auffällt, sind die 24 Assists der Oldenburger bei nur sechs Ballverlusten. Bei 28 verwandelten Feldwürfen ergibt das eine Assist-Quote von 85,7 Prozent – ein überragender Wert. Das zeigt, dass nahezu alle erfolgreichen Plays aus dem Teamplay heraus entstanden sind und nicht aus Isolationen.
Spieler des Spiels

Zach Ensminger war für mich der Spieler des Spiels. Mit sieben Punkten, drei Rebounds, sieben Assists und drei Steals machte er eine sehr starke Partie. Gerade das Pick and Roll zwischen ihm und Marcel Keßen funktioniert bereits sehr gut. Ensminger findet immer besser in das System von Milenko Bogićević und übernimmt dort zunehmend Verantwortung. Ausbaufähig ist allerdings noch seine Freiwurfquote. Mit vier von sieben getroffenen Freiwürfen lag diese für einen Guard eher auf einem niedrigen Niveau.
Taktikcheck
Auch hier würde ich noch einmal ein Pick and Roll zwischen Ensminger und Marcel Keßen nehmen, das am Ende des vierten Viertels gespielt wurde. Hier der Zeitstempel bei Dyn: 2:16:16.
Nicho Tischler spielt den Ball zunächst an der Mittellinie zu Ensminger. Anschließend kommt Keßen hoch, um den Block zu stellen. Der Block wird gestellt und Keßen rollt direkt zum Korb ab. Die Würzburger entscheiden sich daraufhin mit Charles Thompson und Sam Griffin für ein Doppeln gegen Ensminger. Dadurch ist Keßen unter dem Korb frei.
Ensminger erkennt die Situation, überspielt das Doppeln und findet Keßen mit dem Pass. Die Hilfe der Würzburger Verteidigung durch Kenny Dye kommt anschließend zu spät. Keßen kann den Ball dadurch mit einem Floater im Korb unterbringen.
Ausblick
Viel Zeit zur Regeneration bleibt allerdings nicht, denn bereits am Sonntag um 16:30 Uhr wartet das nächste Spiel gegen die Hamburg Towers in der EWE Arena. Die Hamburger konnten am Freitag in der Verlängerung mit 94:90 gegen die Niners Chemnitz gewinnen und damit ihren ersten Sieg in dieser BBL-Saison einfahren.
Für die Oldenburger ist es bereits das dritte Duell mit den Towers in diesem September. Nach zwei Testspielen treffen beide Mannschaften am Sonntag erstmals in einem Pflichtspiel aufeinander.
Keys to win
– Energie
– Verteidigung gegen Noah Thomasson
– Hamburgs Drives kontrollieren
Beide Mannschaften hatten bereits am Freitag ein Spiel. Die Oldenburger mussten dabei sogar auswärts in Würzburg antreten, während Hamburg zuhause gegen Chemnitz spielte. Entscheidend könnte daher sein, welches Team am zweiten Spiel des Wochenendes noch mehr Energie und Intensität aufs Parkett bringt. Eine lautstarke Halle könnte den Oldenburgern dabei zusätzlichen Rückenwind geben.
Ein Spieler, auf den die EWE Baskets besonders achten müssen, ist Noah Thomasson. Gegen Rostock erzielte er 27 Punkte bei 5 von 8 Dreiern, gegen Bonn waren es dagegen 13 Punkte bei 3 von 7 aus der Distanz. Gegen Chemitz war er dann wieder Topscorer mit 16 Punkten der Towers. Thomasson früh aus seinem Rhythmus zu bringen, könnte daher eine wichtige Aufgabe sein. Mit Nicho Tischler haben die Oldenburger einen starken Verteidiger, der diese Aufgabe übernehmen könnte.
Und auch die Drives zum Korb werden wichtig. Hamburg hat unter Benka Barloschky in der vergangenen Saison häufig den Weg zum Korb gesucht und dadurch viele Fouls gezogen. Mit 24,6 Freiwurfversuchen pro Spiel hatten die Towers ligaweit die meisten. Die Oldenburger müssen deshalb versuchen, die Drives möglichst früh zu stoppen und Hamburg nicht zu einfachen Abschlüssen oder Freiwürfen kommen zu lassen.
Zweiter Ausblick

Die Oldenburger könnten das Doppelspieltagswochenende mit einem Sieg krönen und damit einen Saisonstart hinlegen, der inklusive BBL-Pokal bereits vier Siege aus vier Spielen umfassen würde. Zweimal haben die Oldenburger im September bereits gezeigt, wie sie die Towers schlagen können. Doch eine Mannschaft innerhalb kurzer Zeit ein drittes Mal zu besiegen, ist immer eine schwierige Aufgabe. Mit der aktuellen Form und den Fans im Rücken ist aber auch das möglich.