Foto: Christian Becker

Nachdem der Wurf von Hamburgs Zakai Zeigler knapp mit der Sirene den Korb verfehlte, war der Jubel grenzenlos. Viele dürften sich in diesem Moment gefragt haben: Was ist hier gerade passiert?

Das Spiel

Die erste Halbzeit lief für die Oldenburger sehr bescheiden. Viele Würfe wollten nicht fallen, in der Verteidigung waren die EWE Baskets häufig einen Schritt zu spät und auch zwölf Turnover waren deutlich zu viel. Es wirkte phasenweise so, als wären die Beine nach dem intensiven Spiel in Würzburg zu müde.

Doch nach einem deutlichen 23-Punkte-Rückstand zur Halbzeit und zwischenzeitlich sogar 26 Punkten Rückstand kämpften sich die Oldenburger langsam und Stück für Stück zurück ins Spiel. Bei noch gut 35 Sekunden auf der Uhr war es dann Zach Ensminger, der die EWE Arena komplett ausflippen ließ. Sein Dreier brachte die Oldenburger mit zwei Punkten in Führung.

Foto: Christian Becker

Anschließend nahm Hamburg die Auszeit. Danach zog Zeigler zum Korb, Jeremy  Roach und Demajeo Wiggins versuchten, ihn zu stoppen, ließen dabei aber den völlig freien Martin Breunig aus den Augen. Der blieb eiskalt und traf den Dreier zur erneuten Ein-Punkt-Führung für Hamburg.

Nun war Oldenburg an der Reihe und nahm ebenfalls eine Auszeit. Der Ball kam in die Hände von Roach, der lange dribbelte und damit die Fans in der EWE Arena zunehmend nervös werden ließ. Dann der Zug zum Korb, das Abdrehen und der Wurf aus der Bewegung für zwei Punkte. Wieder Führung Oldenburg mit 75:74.

Da Hamburg keine Auszeit mehr hatte, ging es schnell nach vorne. Doch Zeiglers Wurf fand nicht den Weg in den Korb. Die EWE Arena explodierte, gelbe Luftschlangen flogen durch die Halle und die Oldenburger feierten ein spektakuläres Comeback.

Spieler des Spiels

Foto: Christian Becker

Die letzten Spiele haben bereits gezeigt, dass Oldenburg über eine starke deutsche Rotation verfügt. Auch in diesem Spiel stachen mit Nicho Tischler und Zach Ensminger wieder zwei deutsche Spieler heraus. Tischler kam auf 21 Punkte, drei Rebounds und zwei Assists, während Ensminger 15 Punkte, fünf Rebounds und sechs Assists beisteuerte. Dabei ist Ensminger besonders hervorzuheben. Er findet immer besser in die Saison und stabilisierte gemeinsam mit Roach vor allem in der zweiten Halbzeit den Spielaufbau. Dazu kam sein wichtiger Dreier 35 Sekunden vor Schluss, der Oldenburg mit zwei Punkten in Führung brachte. Insgesamt war Ensminger damit ein entscheidender Faktor für das Comeback und den Sieg.

Statement Zach Ensminger

„Bei minus 20 ist es natürlich schwer, an einen Sieg zu glauben. Aber wir wollten einfach Stück für Stück zurückkommen. Irgendwann merkst du, dass der Gegner nicht mehr so selbstbewusst spielt und die Energie der Fans immer größer wird. Dann fühlt es sich an, als würdest du mit einem zusätzlichen Mann auf dem Feld spielen. Wir haben in der zweiten Halbzeit die nötigen Stops bekommen und uns so zurück ins Spiel gekämpft.“

Taktikcheck

In der ersten Halbzeit konnten die Oldenburger die Drives der Hamburger kaum stoppen. Vor allem Zeigler kam immer wieder in die Zone und fand dadurch entweder freie Anspielstationen oder den eigenen Abschluss. Ein Beispiel dafür gibt es beim Dyn-Zeitstempel 00:55:40.

In der zweiten Halbzeit, gerade im vierten Viertel, stellten die Oldenburger ihre Verteidigung etwas um. Die Baskets setzten nun vermehrt auf die Switch-Defense. Dabei tauschen die beiden Verteidiger beim Pick-and-Roll oder bei Off-Ball-Screens einfach ihre Gegenspieler. Dadurch wird der Block neutralisiert und die Defensive muss weniger rotieren, wodurch Drives leichter gestoppt werden können. Der Nachteil ist, dass dabei häufig ein Mismatch entsteht, etwa ein kleiner Guard gegen einen großen Big. Diese Mismatches konnten die Hamburger Guards allerdings nur selten ausnutzen und hatten dadurch zunehmend Probleme, gute Abschlüsse zu kreieren.

Durch die Umstellung störten die Oldenburger den Rhythmus der Hamburger zunehmend und konnten deren Drives deutlich besser verhindern. Beispiele dafür finden sich bei den Dyn-Zeitstempeln 01:42:30 und 01:43:29.

Ausblick

Foto: Christian Becker

Nach einem intensiven Wochenende haben die Oldenburger nun erst einmal eine Woche Pause. Am Sonntag geht es dann aber zum wahrscheinlich schwersten Auswärtsspiel der Saison. Die Oldenburger reisen nach München und treffen dort um 15 Uhr im BMW Park auf den FC Bayern Basketball. Der Vorbericht folgt.

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