Hier einmal die wichtigsten Themen des ersten Fantalks der Saison 2026/27. Srdjan Klarić, Zach Ensminger und Milenko Bogićević stellten sich den verschiedensten Fragen der Fans. Dabei ging es nicht nur um sportliche Themen wie den mentalen Umgang mit Schiedsrichterentscheidungen, sondern auch um ganz persönliche Fragen, etwa nach Zach Ensmingers Lieblingsfarbe bei seinen Schuhen.

Thema Comeback Hamburg

Foto: Christian Becker

Natürlich startete der Talk mit dem Thema des Wochenendes, dem Comeback-Sieg der Oldenburger gegen die Hamburg Towers. Auf die Frage, was ihn dabei mehr überrascht habe, die zweite Halbzeit oder die Atmosphäre in der Arena, antwortete Bogićević, dass ihn vor allem die erste Halbzeit überrascht habe. Die Unterstützung der Fans sei für ihn mittlerweile keine Überraschung mehr. Die Reaktion seiner Mannschaft auf den Rückstand sei für ihn dagegen ein Beleg für deren Charakter gewesen.

Zach Ensminger bekam die Belastung des Wochenendes dabei unmittelbar zu spüren. Nach mehr als 33 Minuten in Würzburg folgten rund 37 Minuten gegen Hamburg. Rund 70 Minuten Spielzeit innerhalb von nur etwa 40 Stunden waren auch für den Guard eine neue Erfahrung. Geholfen habe ihm dabei vor allem die Energie der Fans. Seiner Einschätzung nach hätten auch die übrigen Spieler auf dem Feld noch einmal zusätzliche Kräfte aus der Atmosphäre gezogen.

Der Trainerwechsel von Lazar Spasić zu Milenko Bogićević

Ein weiteres Thema des Abends war der Wechsel auf der Trainerposition. Srdjan Klarić erklärte, dass Lazar Spasić nach der vergangenen Saison den Wunsch geäußert habe, den Verein zu verlassen und den nächsten Schritt als Head Coach zu machen. Trotz eines vorbereiteten neuen Vertrags kam es letztlich zur Trennung.

Milenko Bogićević kannte Klarić bereits seit vielen Jahren und stand schon im Sommer zuvor auf dessen Liste. Damals verhinderte ein laufender Vertrag in Russland einen Wechsel. Nach dem Abgang von Spasić nahm Klarić erneut Kontakt auf. Rund zehn Tage später war die Verpflichtung des neuen Trainers perfekt.

Klare Rollen im Recruiting

Auf die Frage nach der Rollenverteilung betonte Bogićević, wie wichtig klare Erwartungen seien. Bereits in der Preseason werde besprochen, welche Aufgaben jeder Spieler übernehmen soll. Dabei gehe es nicht um garantierte Minuten, sondern um eine klare Position und Verantwortung im Team.

Auch im Recruiting spielt dieser Ansatz eine wichtige Rolle. Bogićević spricht früh mit den Spielern über die geplante Spielweise und ihre Rolle. Für Klarić beginnt die Analyse zudem schon vor der Unterschrift. Neben sportlichen Fähigkeiten werden auch Charakter, Arbeitsweise und der Umgang mit Fehlern bewertet.

Die Verletzungssituation

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Auch die kurze Rotation beschäftigte die Fans. Bei Nate Johnson gab Klarić nach der MRT-Untersuchung Entwarnung, für München werde der Guard dennoch geschont. Eine Rückkehr gegen Hagen sei möglich. Auch bei Le’tre  Darthard verlaufe die Entwicklung positiv, ein konkreter Zeitpunkt für die Rückkehr stehe aber noch nicht fest.

Eine weitere Nachverpflichtung sei aktuell nicht konkret geplant. Klarić widersprach damit Spekulationen über eine fertige Liste möglicher Neuzugänge. Gleichzeitig konnte mit Stefan Momirov nach langer Visa-Prozedur ein weiterer Spieler in Oldenburg begrüßt werden.

Nico Tischler als wichtiger Baustein

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Eine weitere Stärke des aktuellen Kaders sieht Bogićević in der Variabilität seiner Spieler. Nico Tischler sei dafür ein gutes Beispiel. Der Forward kann mehrere Positionen bekleiden und sowohl mit als auch ohne Ball eingesetzt werden. Gerade in einer Phase mit einer kurzen Rotation sei diese Vielseitigkeit für den Trainer besonders wertvoll.

Dabei hob Bogićević nicht nur Tischlers Vielseitigkeit hervor, sondern vor allem dessen Entwicklung. Er spiele reifer und übernehme mehr Verantwortung. Genau diese Entwicklung sei für den Trainer wichtiger als die Frage, ob Tischler auf der Drei oder Vier eingesetzt werde.

Auch die jungen Spieler sollen ihre Chancen bekommen. Bogićević betonte, dass er nicht grundsätzlich zwischen jungen und älteren Spielern unterscheide. Entscheidend sei die Leistung im Training. Wer sich dort seine Chance verdiene, könne auch im Spiel Minuten bekommen. Die Nachwuchsspieler seien aktuell ohnehin eng an die Mannschaft herangerückt und würden gerade wegen der kurzen Rotation zusätzliche Möglichkeiten erhalten.

Ensminger will seinen eigenen Weg gehen

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Für einen besonders persönlichen Moment sorgte Zach Ensminger. Ein Fan wollte wissen, wie groß die Fußstapfen seines Vaters in der Bundesliga seien und ob er selbst in diese treten wolle.

Ensminger sprach von einer großen Karriere seines Vaters mit 14 Jahren Bundesliga, zwei Meisterschaften und einem bleibenden Eindruck in der Liga. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er seinen eigenen Weg gehen möchte. Er wolle nicht die Karriere seines Vaters kopieren, sondern seine eigene Geschichte schreiben.

Seine Position als Guard sei dabei keineswegs Zufall. Sein Vater habe bereits in der Jugend großen Wert darauf gelegt, dass seine Kinder dribbeln, passen und werfen können. Auch wenn sich die Körpergröße später verändert, sollten die Grundlagen sitzen. Ensminger selbst habe dabei früh gemerkt, dass ihm das Spiel mit dem Ball in der Hand besonders viel Spaß macht.

Max DiLeo kehrt zurück

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Auch die Rückkehr von Max DiLeo war Thema. Klarić stellte klar, dass die Verpflichtung nicht zufällig zustande gekommen sei. Nach dem Abgang von Lazar Spasić war eine Position im Trainerteam frei geworden. DiLeo wurde kontaktiert, bat zunächst um Bedenkzeit und entschied sich schließlich gegen ein weiteres College-Engagement und für die Rückkehr nach Oldenburg.

Klarić zeigte sich mit dem gesamten Coaching Staff zufrieden und hob neben DiLeo auch Franjo Borchers und Athletiktrainer Matias Suhurt hervor. Entscheidend sei für ihn, dass innerhalb des Trainerteams eine gute Zusammenarbeit und gemeinsame Energie entstehe.

Mentales Training für Schiedsrichterentscheidungen

Zach erzählt auf die Frage, ob man sich mental auf Schiedsrichterentscheidungen vorbereitet, dass solche Situationen teilweise auch im Training bewusst simuliert werden. Die Trainer würden beispielsweise absichtlich ein offensichtliches Foul nicht pfeifen, um zu testen, wie ein Spieler darauf reagiert. In seinen bisherigen Teams habe es immer wieder solche Situationen gegeben, in denen sich die Trainer gezielt einen Spieler herausgesucht hätten. Auch wenn das im Moment frustrierend sein könne, helfe es dabei, die mentale Stärke für solche Situationen im Spiel zu trainieren. Klarić ergänzt, dass er in dieser Saison bislang sehr positiv überrascht sei. Er arbeitet seit 22 Jahren mit BBL-Teams und sagt, dass die Spieler aktuell ungewöhnlich wenig mit den Schiedsrichtern diskutierten. Selbst wenn im Training viel Kontakt zugelassen werde, würden die Spieler kaum über Fouls diskutieren oder sich darüber beschweren.

„Schritt für Schritt“

Foto: Christian Becker

Zum Abschluss ging es noch einmal um die Erwartungshaltung nach dem gelungenen Saisonstart. Bogićević warnte ausdrücklich vor zu großer Euphorie. Die Mannschaft habe eine gute Basis und die Rollen seien klar verteilt. Gleichzeitig könne sich eine Saison jederzeit verändern.

Seine Botschaft an Mannschaft und Umfeld war deshalb eindeutig. Die bisherigen Erfolge sollen anerkannt werden, gleichzeitig müsse die Mannschaft auf dem Boden bleiben und sich auf den nächsten Schritt konzentrieren. Erst am Ende der Saison werde sich zeigen, wohin der gemeinsame Weg führt.

Eine Antwort bin ich euch noch schuldig. Auf die Frage nach seinen Lieblingsschuhen erklärte Zach Ensminger, dass er gerne leuchtende Farben wie Türkis oder Pink trägt und vielleicht demnächst ja auch einmal Gelb.

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