Nach der Niederlage gegen Vechta wollen die Oldenburger schnell wieder in den Rhythmus finden um in eine gute Ausgangslage im Kampf um die Play-Ins zukommen. Gelegenheit dazu bieten zwei dicht aufeinanderfolgende Auswärtsspiele. Den Auftakt macht die Partie am Sonntag um 15 Uhr in der Süwag Energie ARENA, wenn die Oldenburger bei den Skyliners Frankfurt zu Gast sind.
Ausgangslage
Für die Frankfurter gilt Ähnliches, wie für die Oldenburger im Kampf um die Play-Ins. Auch sie wollen mit einer Niederlage nicht den Anschluss an die Play-Ins verlieren. Momentan stehen die Frankfurter auf Platz 12 mit ebenfalls 10 Siegen, allerdings einer Niederlage mehr als die Oldenburger, nämlich 13. Der Trend der Frankfurter ist jedoch nicht ideal. Mit 7 Niederlagen aus den letzten 10 Spielen befinden sie sich derzeit eher in einer Schwächephase.
Außerdem fehlt den Frankfurtern mit Jaedon LeDee einer der besten Spieler des Teams. Während der Länderspielpause reiste der Forward in seine Heimat in die USA, ist seitdem jedoch nicht mehr nach Frankfurt zurückgekehrt und versucht so offenbar, einen Wechsel zu erzwingen. Der Verein möchte LeDee allerdings nicht ziehen lassen und hat einem Transfer bislang nicht zugestimmt.
Aus meiner Sicht ist dieses Verhalten sehr schade – sowohl für den Verein als auch für die Liga. In seinen bisherigen Spielen hat LeDee schließlich gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. So sicherte er sich beispielsweise im November gegen Brose Bamberg beeindruckende 21 Rebounds. Im Schnitt legt er fast ein Double-Double auf und kommt auf 17,8 Punkte sowie 9,5 Rebounds pro Spiel.
Das Fehlen von LeDee ist bei den Frankfurtern deutlich zu spüren. Dennoch lohnt sich auch ein Blick auf die anderen Spieler im Kader. Besonders Till Pape spielt eine starke Saison. Daran dürften sich auch die Oldenburger erinnern: Beim Saisonauftakt in Oldenburg erzielte Pape 22 Punkte, holte fünf Rebounds und verteilte fünf Assists.
Zudem sorgt Jordan Swope im Frankfurter Team vor allem für das Scoring. Der Guard erzielt im Schnitt 16,3 Punkte pro Spiel und stellte seine Offensivqualitäten unter anderem gegen Gladiators Trier unter Beweis, als er starke 41 Punkte erzielte.
Ein Blick auf die Advanced Stats der vergangenen zehn Spiele zeigt, dass die Frankfurter mit einem Defensivwert von 117,9 nach dem Syntainics MBC die zweitschlechteste Defensive stellen. Auch offensiv bewegt sich das Team derzeit nur im Mittelfeld der Liga.
Keys to win
Energie
Defensive
Ballmovement
Foto: Ulf Duda / fotoduda.de
Ein wichtiger Schlüssel für ein erfolgreiches Spiel wird auf jeden Fall die Energie auf dem Parkett sein, die zuletzt gegen RASTA Vechta gefehlt hat.
Außerdem muss sich die Defensive wieder stabilisieren. In den letzten drei Ligaspielen liegt das Defensivrating bei 131,2, ein Wert, der zeigt, dass das Team in der Verteidigung zuletzt große Probleme hatte. Aus diesem Loch muss die Mannschaft wieder herauskommen und zeigen, dass sie defensiv deutlich stärker auftreten kann.
Trainer Lazar Spasić vertritt die klare Philosophie, dass alles mit der Verteidigung beginnt. Ein schwächerer Offensivtag lässt sich mit einer guten Defensive oft kompensieren. Ein gutes Beispiel dafür lieferte das vergangene Wochenende. Gegen Telekom Baskets Bonn lief offensiv zwar nicht alles rund, doch eine starke Phase in der Offensive und eine gute Dreierquote reichten am Ende für den Sieg.
Gegen RASTA Vechta funktionierte die Offensive dagegen kaum noch. Auch von der Dreierlinie wollte der Ball nicht fallen, sodass das Team am Ende deutlich mit 21 Punkten Unterschied verlor. Deshalb wird es wichtig sein, am Sonntag gegen Skyliners Frankfurt wieder über eine stabile Defensive ins Spiel zu finden und so einen neuen Lauf zu starten.
Auch das Ballmovement hat in den vergangenen drei Ligaspielen nachgelassen. In den Partien gegen Ratiopharm Ulm, Telekom Baskets Bonn und RASTA Vechta kamen die Oldenburger im Schnitt nur auf 12 Assists, während gleichzeitig etwa 15 Ballverluste pro Spiel zu Buche standen. Auch hier gilt es, wieder mehr Struktur und Bewegung ins Spiel zu bringen, um zurück in den Rhythmus zu finden.
Ausblick
Für die Oldenburger steht am Sonntag gegen die Skyliners Frankfurt ein wichtiges Spiel an, um weiter in einer guten Position im Rennen um die Play-Ins zu bleiben. Entscheidend wird dabei sein, die Defensive wieder zu stabilisieren und im Idealfall einen wichtigen Auswärtssieg einzufahren.
Am Dienstag habe ich mich mit Seth Hinrichs zu einem netten Gespräch getroffen. Wir haben über seine bisherige Zeit in Oldenburg gesprochen, in der Lazar Spasić bereits sein vierter Trainer ist. Außerdem ging es kurz um das Post-Up-Game und die Ziele der Mannschaft. Zum Abschluss haben wir noch einen kurzen Blick auf seine Zukunft geworfen.
Frage: Meine Einstiegsfrage ist eine einfache. Hast du eine Lieblingsband?
Hinrichs: Eine Lieblingsband … das ist schwer zu sagen. Das wechselt immer mal wieder. Im Moment gibt es aber ein paar Bands, die ich wirklich gern höre. Eine davon heißt Needtobreathe. Die höre ich ziemlich oft, besonders vor Spielen. Eine andere ist Maverick City Music. Die mag ich auch sehr. Das sind wahrscheinlich gerade meine beiden Favoriten, obwohl es noch ein paar andere gibt, die immer mal wieder dazukommen oder in den Hintergrund rücken. Aber ja, ich würde sagen, diese beiden.
Frage: Was für ein Musikstil ist das?
Hinrichs:Needtobreathe ist so etwas wie christlicher Rock, würde ich sagen. Und Maverick City Music gehört eher zur zeitgenössischen christlichen Musik – das ist wahrscheinlich die passende Kategorie. Also im Grunde Gospel und christliche Musik.
Frage: Okay, dann kommen wir zu ein paar Basketballfragen. Du bist jetzt seit etwa eineinhalb Jahren hier, und seitdem hat sich einiges verändert. Ich würde gerne ein wenig über die Trainerwechsel zu sprechen kommen. Deine erste Saison hast du unter Pedro Calles angefangen, dann kam der Wechsel zu Mladen Drijenčić. Diese Saison dann der Start mit Predrag Krunić und hier dann ebenfalls ein Wechsel zu Lazar Spasić. Wie schwierig ist es für euch als Team, wenn der Trainer mitten in der Saison oder gleich zu Beginn der Saison wechselt?
Hinrichs: Vor der letzten Saison ist mir ein Trainerwechsel in zehn Jahren nur einmal passiert, deshalb war das für mich zunächst ungewohnt. Letztes Jahr hatten wir allerdings eine gute Mannschaft, was die Umstellung etwas leichter gemacht hat.
Insgesamt hatte ich innerhalb von etwa 13 Monaten vier verschiedene Headcoaches. Das bedeutet natürlich immer wieder neue Ansätze und Philosophien, vor allem in der Defensive. Das Playbook hat sich dabei gar nicht so stark verändert.
Für mich persönlich war es durch meine Erfahrung vielleicht etwas leichter als gedacht. Aber als Team ist so ein Wechsel immer schwierig, weil sich alle Spieler gleichzeitig auf den neuen Stil einstellen müssen. Manche brauchen dafür länger als andere. Kurz gesagt: Einfach ist es definitiv nicht.
Frage: Wie fühlt es sich an, wenn man hört, dass der Headcoach entlassen wurde und ein neuer Trainer kommt? Ich nehme an, man baut ja auch eine persönliche Beziehung zu dieser Person auf. Wie schwierig ist es, so eine Nachricht zu bekommen?
Hinrichs: Ja, ich würde sagen, das ist sehr schwierig. Als Pedro letztes Jahr entlassen wurde, war das wirklich hart. Ich kenne ihn schon seit vielen Jahren. Wir sind auch außerhalb des Basketballs befreundet, und sogar unsere Familien kennen sich. Deshalb war das besonders schwer, weil er nicht nur mein Trainer war, sondern auch mein Freund.
Als Predrag entlassen wurde, war das ebenfalls schwierig. Ich habe ihn richtig kennengelernt, als er im Mai gekommen ist. Vorher hatte ich schon gegen ihn in der Liga gespielt, aber erst da haben wir wirklich zusammengearbeitet. Ich finde, wir haben schnell eine gute Beziehung aufgebaut, und ich mochte ihn sehr. Ich hatte auch das Gefühl, dass ihm nicht nur die Spieler auf dem Feld wichtig sind, sondern auch die Menschen dahinter.
Was daran besonders wehgetan hat, war zum einen, dass er seinen Job verloren hat, und zum anderen, dass wir als Team nicht gut genug gespielt haben, damit er ihn behalten kann. Predrag ist ein wirklich guter Mensch, und ich habe sehr gern mit ihm gearbeitet. Deshalb war auch das sehr schwer.
Frage: Du hast erwähnt, dass der Saisonstart schwierig war und die Siege ausgeblieben sind. Was hat sich seit dem Wechsel von Predrag zu Lazar verändert?
Hinrichs: Oft ändert sich bei einem Trainerwechsel gar nicht so viel in der Offensive, sondern eher in der Defensive. Unter Lazar haben wir defensiv einige Dinge angepasst, die besser zu unserem Kader passen. Außerdem gibt es nach so einem Wechsel immer eine Art Reaktionsphase im Team. Zum Glück haben wir danach als Mannschaft deutlich besser gespielt.
Wir haben viel Talent im Team, und Lazar hat es geschafft, stärker auf die individuellen Stärken der Spieler einzugehen und einige unserer Schwächen anzupassen. Als vorheriger Assistenztrainer kannte er das Team ja bereits sehr gut. Das Potenzial war schon vorher da. Es ging letztlich darum, dass alles besser zusammenpasst.
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Frage: Mir ist auch aufgefallen, dass ihr häufiger über das Post-Up-Spiel kommt. Ist das ein Stil, der dir persönlich gefällt?
Hinrichs: Ja, in den letzten Jahren habe ich angefangen, öfter im Post zu spielen, vor allem bei Missmatches. Dabei geht es mir nicht unbedingt darum, selbst zu scoren, sondern Vorteile zu schaffen, damit Mitspieler freie Würfe bekommen.
Manche würden sagen, das ist etwas „Old School“, aber im Basketball gibt es immer wieder Trends. Viele Teams verteidigen diese Spielweise nicht mehr so häufig, deshalb kann sie ein Vorteil sein. In bestimmten Situationen haben wir das gut genutzt und damit auch Spiele gewonnen.
Frage: Vor ein paar Wochen habe ich einen Artikel über Zubčić und dich geschrieben, in dem es um die „unsichtbare Arbeit“ im Team ging. Wie siehst du dich selber in diese Rolle?
Hinrichs: Das ist tatsächlich etwas, worauf ich stolz bin. Mein Spiel ist nicht unbedingt spektakulär oder auf viele Punkte ausgelegt. Ich sehe meine Aufgabe eher darin, meine Mitspieler besser zu machen. Ein Trainer aus meiner College-Zeit hat einmal gesagt: „See a need, fill a need“ – also: Wenn dem Team etwas fehlt, versuche diese Lücke zu füllen.
Genau das versuche ich zu tun. Zubčić ist ebenfalls ein sehr erfahrener und talentierter Spieler, und wenn wir mit solchen Dingen zum Teamerfolg beitragen können, ist das für mich das Wichtigste. In diesem Stadium meiner Karriere geht es mir vor allem darum, dass das Team erfolgreich ist, Spiele gewinnt und seine Ziele erreicht.
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Frage: Wie schätzt du aktuell eure Chancen auf die Postseason ein? Sind die Playoffs so ein Ziel?
Hinrichs: Im Moment stehen wir, glaube ich, auf Platz zehn, also wird es sicher nicht einfach. Als Lazar übernommen hat, standen wir bei 1:8. Seitdem haben wir aber einen Weg gefunden, Spiele zu gewinnen. Das müssen wir bis zum Saisonende weiter schaffen.
Wir haben auf jeden Fall das Talent und die Qualität, um in der Tabelle noch zu klettern. Es sind noch etwa zwei Monate Zeit. Es gibt Dinge, die wir verbessern müssen, aber ich bin optimistisch, dass wir die Playoffs erreichen und vielleicht sogar unter die Top sechs kommen können.
Frage: Du hast schon über deine Erfahrung gesprochen, elf Saisons als Profi. Wie viel Einfluss kannst du mit dieser Erfahrung im Spiel oder im Training nehmen?
Hinrichs: Jeder Trainer hat seine eigene Spielidee und sein System. Für mich geht es vor allem darum, das zu verstehen und auf dem Feld dafür zu sorgen, dass alle Spieler auf derselben Linie sind. Im Training und in Videoanalysen arbeiten wir an Details, und im Spiel versuche ich vor allem zu kommunizieren und meine Mitspieler zu organisieren.
Wir haben viele erfahrene Spieler im Team – viele von uns sind über 30 und haben schon viel gesehen. Da versucht man einfach, Dinge anzusprechen, die vielleicht sonst niemand sieht, und so zum Team beizutragen.
Frage: Also eher eine Art mentaler Anführer als ein Taktikexperte?
Hinrichs: Ja, ein Stück weit schon. Die Spieler auf diesem Niveau wissen, wie Basketball funktioniert. Man sollte sie nicht mit zu vielen Informationen überladen. Wenn ich etwas sehe, spreche ich es an, aber am Ende gibt der Trainer die Richtung vor. Meine Aufgabe ist es vor allem, mit Energie zu spielen und dem Team zu helfen.
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Frage: Kannst du dir vorstellen, nach deiner Karriere selbst Trainer zu werden?
Hinrichs: Ja, grundsätzlich schon. In all den Jahren habe ich viele verschiedene Systeme und Spielweisen kennengelernt. Ich glaube, ich könnte gerade aus mentaler und taktischer Sicht einiges weitergeben.
Gleichzeitig ist der Trainerberuf nicht unbedingt der sicherste Job. Nach meiner aktiven Karriere würde ich vielleicht auch etwas Stabileres für meine Familie in Betracht ziehen. Mal sehen, was passiert.
Frage: Aber zuerst noch ein paar Jahre als Spieler?
Hinrichs: Auf jeden Fall. Ich fühle mich noch gut und bin größtenteils gesund. Ein paar Saisons werden es hoffentlich noch.
Frage: Wann beginnen Spieler eigentlich über die nächste Saison nachzudenken?
Hirnichs: Früher habe ich erst nach der Saison darüber nachgedacht. Mit zunehmendem Alter passiert das etwas früher. Auch weil die Familie Planungssicherheit möchte. Trotzdem versuche ich, mich während der Saison hauptsächlich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.
Letztes Jahr wusste ich schon früh, dass ich bleibe, das war entspannt. Dieses Jahr ist noch alles offen. Wir würden gerne hier nach Oldenburg zurückkommen, aber das wird sich in den nächsten Monaten klären. Im Moment konzentriere ich mich einfach darauf, die Saison stark zu beenden und mit dem Team so weit wie möglich zu kommen.
Abschluss: Ich glaube, das ist ein gutes Schlusswort. Vielen Dank für das Interview.
Die EWE Baskets zeigten am Wochenende zwei sehr unterschiedliche Leistungen. Am Freitag gegen Bonn gaben die Oldenburger zwar 26 Offensiv-Rebounds ab, konnten das Spiel dank einer starken Dreierquote von 52 % dennoch für sich entscheiden. Am Sonntagabend präsentierte sich ein anderes Bild. Nur 11 Offensiv-Rebounds gaben die Baskets ab, jedoch erzielten sie eine deutlich niedrigere Dreierquote von 28 %.
Der Spielbeginn war noch sehr ausgeglichen, doch Mitte des dritten Viertels zogen die Vechtaer davon und führten zur Halbzeit mit 13 Punkten. Nach der Halbzeit starteten die Oldenburger eher schleppend, konnten Mitte des dritten Viertels den Rückstand zwar etwas verkürzen, doch zum Ende wuchs der Vorsprung wieder auf 17 Punkte an. Auch im letzten Viertel verkürzte Oldenburg noch einmal, am Ende verloren die Baskets jedoch deutlich mit 21 Punkten und damit auch den direkten Vergleich gegen Vechta.
Bei Vechta war es Tibor Pleiss, der zweimalige EuroLeague-Champion, der von den Oldenburgern am Korb kaum zu stoppen war. Auch defensiv ließ er kaum einen Drive an sich vorbei, was sich mit vier Blocks in den Statistiken widerspiegelt. Ein zusätzliches Problem war, dass Tomislav Zubčić nicht sein bestes Spiel hatte und seine Dreier nicht fielen, wodurch Pleiss die Zone dichtmachen und Drives zum Korb erschweren konnte. Sein Plus-Minus-Wert von +18 verdeutlicht, wie wichtig Pleiss für Vechta auf dem Feld war.
In der Defensive setzten die Oldenburger in der zweiten Halbzeit wieder verstärkt auf die Zonenverteidigung, ein Mittel, das wir wohl künftig sicher häufiger sehen werden.
Energie
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Im Spiel wirkte es, als fehlte vielen Spielern die nötige Energie. Ein Beispiel dafür waren die Würfe: Viele offene Dreier fanden nicht ihr Ziel, etwa die beiden Würfe von Nicho Tischler von der Dreierlinie, die deutlich zu kurz am Ring landeten. Immer wieder kämpften sich die Oldenburger zurück, nur um später wieder abreißen zu lassen, als reichte die Energie nicht für ein ganzes Viertel. Ein möglicher Grund dafür könnte das sehr physische Spiel gegen Bonn am Freitag gewesen sein, das bei einigen Spielern Spuren hinterlassen hat.
Brian Fobbs
Mit 28 Punkten erzielte Brian Fobbs ein Saison-High und zeigte seine individuelle Klasse. Er war der einzige Spieler im Team, der deutlich zweistellig scorte; lediglich Chris Clemons kam mit 10 Punkten ebenfalls auf einen zweistelligen Wert.
Ausblick
In den kommenden anderthalb Wochen stehen zwei wichtige Auswärtsspiele an. Am nächsten Sonntag geht es gegen Frankfurt, am darauffolgenden Mittwoch gegen Jena. Die Oldenburger sollten idealerweise beide Spiele gewinnen, um den Traum von der Postseason weiter am Leben zu halten.
Der Start ins Wochenende gelang den EWE Baskets dank einer sehr starken Offensive mit einem Sieg. Gegen eines der besten defensiven Teams erzielten die Oldenburger 98 Punkte und ein Offensive Rating von 134,2. Besonders die starke Dreierquote der Oldenburger mit 52 % bei 27 Versuchen half am Ende, das Spiel zu gewinnen. Der Ball wurde im Vergleich zu den beiden vorherigen Spielen gegen Berlin und Ulm deutlich besser bewegt, wodurch viele offene Würfe entstanden. So konnten Tischler, Fobbs und auch Clemons jeweils 20 oder mehr Punkte erzielen.
Was Lazar Spasić und seiner Mannschaft allerdings nicht gefallen dürfte, war die Reboundstatistik. Bonn sicherte sich 59,1 % der möglichen Offensivrebounds, insgesamt 26, und lag damit deutlich über dem eigenen Saisonschnitt von 37,1 %. Von der Dreierlinie zeigten die Bonner zwar wie erwartet eine schwache Leistung mit nur 19 %, konnten dies aber teilweise durch ihre Rebounds kompensieren. Das war in gewisser Weise zu erwarten, da Bonn eines der besten Offensiv-Rebound-Teams der Liga ist, auch wenn das Ausmaß überraschend hoch war. Dadurch kamen die Telekom Baskets auf 20 Würfe mehr und erzielten 29 Second-Chance-Points.
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Die Defensive in der zweiten Halbzeit
Im Spiel gegen Berlin hatte Spasić im letzten Viertel erstmals eine Zonenverteidigung ausprobiert und Berlin zu fünf Ballverlusten gezwungen. Zur Erklärung: Eine Zonenverteidigung ist eine Form der Verteidigung, bei der, wie der Name schon sagt, nicht einzelne Gegenspieler verteidigt werden, sondern bestimmte Räume auf dem Feld. Dabei gibt es verschiedene Varianten. Im Fall der Baskets wurde eine 3-2-Zone gespielt.
Dabei verteidigte der Center oben an der Dreierlinie. Zwei weitere Spieler positionierten sich links und rechts daneben, ebenfalls an der Dreierlinie. Die beiden übrigen Spieler standen links und rechts in der Zone und sicherten den Bereich näher am Korb.
Oft wird dieses Mittel eingesetzt, um beim Gegner etwas Tempo aus dem Spiel zu nehmen oder für Verwirrung zu sorgen. Gerade nach Auszeiten des gegnerischen Teams greifen Mannschaften häufig zur Zonenverteidigung. Der gegnerische Trainer zeichnet in dieser Situation meist einen Spielzug auf, der auf eine 1-gegen-1-Verteidigung ausgelegt ist.
Ein gutes Beispiel dafür ist im Spiel bei Minute 2:12 im dritten Viertel zu sehen (Dyn-Zeitstempel 1:40:57). Bonn kommt aus einer Auszeit und Oldenburg stellt auf Zonenverteidigung um.Tomislav Zubčić steht an der Dreierlinie und verteidigt diesen Raum. Die Bonner sind in dieser Situation unsicher, wie sie ihren Spielzug laufen sollen. Der Ball verlässt nicht einmal die Hand von Grayson Murphy, und er nimmt einen schweren Dreier gegen Zubčić. Der Wurf geht zwar über das Brett hinein, war aber so sicherlich nicht geplant.
Diese Zonenverteidigung ließ Spasić in der zweiten Halbzeit häufiger spielen und versuchte damit, die Bonner aus dem Konzept zu bringen.
Ausblick
Am Sonntag, den 8. März, geht es für die Baskets keine 48 Stunden nach dem Schlusspfiff vom Bonn Spiel direkt weiter gegen Vechta. Die Vechtaer konnten nach dem FIBA Break einen starken und deutlichen Sieg feiern. Mit 101:64 gewannen sie gegen Science City Jena und werden mit viel Schwung in das dritte Derby der Saison gegen Oldenburg gehen. Nachdem Oldenburg die ersten beiden Spiele in Vechta im Pokal sowie in der Liga gewinnen konnte, wird Vechta alles daransetzen, nun endlich selbst einen Sieg zu holen.
Die Oldenburger werden ihrerseits ebenfalls motiviert sein, an diesem Wochenende einen zweiten Sieg einzufahren und den Blick weiter in Richtung Play-Ins zu richten. Spannend wird dabei vor allem sein, wie sich die Oldenburger im Reboundduell schlagen und wie häufig die Zonenverteidigung erneut zum Einsatz kommen wird.
Am Freitag um 18:30 Uhr starten die Oldenburger in der heimischen EWE Arena in die entscheidende Phase der Saison. Zum Auftakt wartet direkt ein wichtiges und richtungsweisendes Spiel gegen die starken Bonner. Damit steht zugleich ein wegweisendes Wochenende bevor.
Sollten die Oldenburger beide Partien für sich entscheiden, rücken die Play-Ins in greifbare Nähe. Gehen jedoch beide Spiele verloren, wird eine Qualifikation für die Top 10 deutlich schwieriger.
Am Freitag trifft das Team dabei auf einen äußerst formstarken Gegner. Die Bonner belegen mit 14 Siegen und 8 Niederlagen aktuell den dritten Tabellenplatz.
Ausgangslage
Mit dem dritten Tabellenplatz dürften die Bonner nach den vergangenen beiden Spielzeiten äußerst zufrieden sein. Die Mannschaft zeichnet sich vor allem durch ihre starke Defensive aus und lässt lediglich 78,7 Punkte pro Spiel zu. Das bedeutet ligaweit Rang drei. Auch im Defensiv-Rating liegen die Bonner mit einem Wert von 103,8 auf dem dritten Platz.
Weniger konstant präsentiert sich bislang die Offensive. Im Offensiv-Rating rangieren die Telkom Baskets lediglich auf Platz 13 mit einem Wert von 108,4. Vor allem aus der Distanz hapert es: Mit einer Dreierquote von 27,1 Prozent stehen die Bonner in dieser Kategorie am Ende der Liga.
Bei den Oldenburgern gilt es am Freitag zu zeigen, dass die beiden Spiele gegen Ulm sowie das TOP-FOUR-Halbfinale gegen Berlin lediglich Ausrutscher waren. Gegen zwei defensivstarke Mannschaften kassierte das Team zuletzt deutliche Niederlagen.
Allerdings muss auch erwähnt werden, dass beim Spiel gegen Ulm einige Akteure verletzungsbedingt fehlten und gegen Berlin wohl angeschlagen aufliefen. Das erschwert Partien gegen Topgegner natürlich erheblich.
Keys to win
Offensive ins rollen bekommen
Rebounds
Zone dicht machen
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Im Spiel gegen die Bonner wartet erneut eine defensivstarke Mannschaft. Für die Oldenburger wird es daher entscheidend sein, ihre größte Stärke, die Offensive, ins Rollen zu bringen. Gleichzeitig muss das Team im Rebounding zulegen und darf vor allem nicht zu viele Offensivrebounds zulassen.
Zudem gilt es, die Zone konsequent zu schließen. Von außen präsentieren sich die Bonner bislang, wie bereits erwähnt, äußerst schwach. Entsprechend könnte es sinnvoll sein, den Fokus auf die Verteidigung unter dem Korb zu legen und Würfe von der Dreierlinie eher in Kauf zu nehmen, um die Zone dicht zu machen.
Ausblick
Es bleibt spannend, ob am Freitag die meisten Spieler zum Auftakt der entscheidenden Phase der regulären Saison fit zur Verfügung stehen und wie sich die Oldenburger gegen ein defensivstarkes Team präsentieren werden. Gelingt hier ein Erfolg, könnte das einen wichtigen Schub für das Derby gegen Vechta am Sonntag geben.
In einer Statistik sind die Oldenburger mit einigem Abstand Ligaspitze. Der Distanzwurf von der Dreierlinie fällt in dieser Saison unfassbar gut, mit 39,5 Prozent treffen sie 1,5 Prozentpunkte besser als der Zweitplatzierte, der FC Bayern Basketball, der bei 38 Prozent liegt. In den vergangenen vier Spielzeiten gab es nur eine Mannschaft, die eine bessere Quote als 39,5 Prozent von der Dreierlinie erreicht hat und das war in der Saison 2023/24 ebenfalls der FC Bayern Basketball mit Spielern wie Niels Giffey, Andreas Obst, Isaac Bonga, Sylvain Francisco oder Carsen Edwards.
Doch wer sind eigentlich die besten Schützen der EWE Baskets Oldenburg?
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Ein Blick auf die Statistiken zu Versuchen und Dreierquote zeigt, dass Chris Clemons im Team bei Versuchen vorne liegt. Er hat 141 Würfe von der Dreierlinie genommen und trifft starke 41,1 Prozent. Erwähnenswert ist zudem, dass 39 seiner 58 erfolgreichen Dreier aus der Isolation entstanden sind.
Die beste Dreierquote weist James Woodard auf. Er trifft hervorragende 45,9 Prozent bei 74 Versuchen. Von seinen 34 erfolgreichen Dreiern wurden 27 durch einen Assist vorbereitet. Clemons und Woodard sind damit definitiv besonders hervorzuheben, wenn es um die Distanzwürfe der Oldenburger geht.
Zu erwähnen ist außerdem Kyle Lofton, der in dieser Saison in sechs Einsätzen 75 Prozent seiner Dreier verwandelt hat. Er nahm acht Würfe von außen und traf davon sechs. Aufgrund der geringen Stichprobe wurde er jedoch ebenso wenig in die Grafik aufgenommen wie Jon’Il Fugett und Ralph Hounnou.
Ausblick
Schaut man auf die Dreierquote der Oldenburger in den vergangenen zehn Spielen, fällt auf, dass sie bei starken 44,2 Prozent liegt. Sollten die Oldenburger diesen Schnitt halten oder nur leicht darunter bleiben, könnte ihnen die beste Dreierquote eines Teams in der BBL der vergangenen vier Spielzeiten gelingen und sie würden die Saison mit einer beeindruckenden Quote von über 40 Prozent abschließen.
Als am Sonntag um 18:30 Uhr der letzte Wurf von Alba Berlin-Spieler Jack Kayil sein Ziel verfehlte und die BMA365 Bamberg Baskets damit Pokalsieger 2026 wurden, befanden sich noch zahlreiche Oldenburger Fans in der Halle und spendeten Applaus.
Obwohl die eigene Mannschaft nach der Niederlage am Vortag an diesem Sonntag nicht mehr im Einsatz war, sah man viele Fans mit dem Logo der EWE Baskets Oldenburg auf Pullovern oder T-Shirts durch die Halle laufen.
Die Stimmung war zwar etwas getrübt, dennoch hatte man das Gefühl, dass die Anhänger stolz auf ihr Team waren, schließlich stand man nach dem schwierigen Saisonstart überhaupt in München beim TOP FOUR.
Auf der anderen Seite der Arena herrschte jedoch nicht nur klatschender Applaus, sondern pure Ekstase. Mit der Schlusssirene krönten sich die BMA365 Bamberg Baskets völlig überraschend zum Pokalsieger, und die rote Ecke der Halle verwandelte sich in ein lautstark jubelndes Fahnenmeer.
Mit dem geringsten Etat der Liga gelang der Mannschaft um Anton Gavel der große Coup. Im Halbfinale schaltete Bamberg den Ligaprimus FC Bayern Basketball aus, im Finale folgte der nächste Paukenschlag gegen Alba Berlin, das Team mit dem zweithöchsten Etat der Liga.
Halbfinale 1:FC Bayern Basketball gegen BMA365 Bamberg Baskets
Das erste Halbfinale war kaum an Spannung zu überbieten. Es ging ständig hin und her, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Genau das spielte den BMA365 Bamberg Baskets in die Karten, denn für sie war es wichtig, die Partie möglichst lange offen zu halten.
Kurz vor Schluss führte das Team von Anton Gavel sogar mit sechs Punkten, kassierte jedoch noch zwei Dreier von Andreas Obst und Nenad Dimitrijevic, sodass es in die Verlängerung ging. Zunächst schien das Momentum nun auf Seiten des FC Bayern Basketball zu liegen, doch es entwickelte sich ein Offensivspektakel von der Dreipunktlinie.
In sieben aufeinanderfolgenden Angriffen fielen sieben Dreier, mit einem Treffer mehr auf Bamberger Seite. So entschieden die Franken die Partie für sich und zogen überraschend ins Finale ein.
Halbfinale 2: Alba Berlin gegen EWE Baskets Oldenburg
Für die Oldenburger begann die Partie zunächst vielversprechend, früh lag man mit vier Punkten in Führung. Doch es sollte die einzige Führung im gesamten Spiel bleiben, denn anschließend drehte Alba Berlin auf und stellte bis zum Ende des ersten Viertels auf plus elf.
Vor allem beim Rebound offenbarten die EWE Baskets Oldenburg große Probleme. Zwar stand Michale Kyser nach seiner Verletzung wieder im Kader, wirkte jedoch noch nicht bei hundert Prozent. Auch Filip Stanic war nicht fit, sodass es schwer war, gegen die reboundstarken Berliner dagegenzuhalten. Ein Blick auf die Statistik unterstreicht das deutlich, Berlin sicherte sich 52 Rebounds, Oldenburg lediglich 24.
Gerade defensiv schmerzte das, denn häufig holten sich die Berliner den Offensivrebound und spielten den Ball anschließend an die Dreipunktlinie, wo offene und meist erfolgreiche Würfe genommen wurden. Wirklich spannend wurde es nur noch einmal kurz vor Ende des zweiten Viertels. Kyle Lofton hatte an der Freiwurflinie die Chance auszugleichen, vergab jedoch beide Versuche, sinnbildlich für einen Abend, an dem einige Würfe einfach nicht fallen wollten.
Im letzten Viertel versuchten die Oldenburger mit einer Zonenverteidigung, die Berliner zu Fehlern zu zwingen. Das gelang phasenweise, fünf Ballverluste wurden erzwungen. Offensiv konnte man daraus jedoch kein Kapital schlagen. So gewann Berlin am Ende deutlich und verdient mit 92 zu 72.
Finale: BMA 365 Bamberg Baskets gegen Alba Berlin
Das Finale entwickelte sich ebenso spannend wie das erste Halbfinale am Vortag. Von Beginn an zeigten die Berliner ihre Reboundstärke, die sie bereits tags zuvor demonstriert hatten. Besonders Justin Bean sammelte sechs Offensivrebounds und sorgte damit für zahlreiche Second-Chance-Points.
Im Vergleich zu den EWE Baskets Oldenburg ließen die BMA365 Bamberg Baskets jedoch nicht nach und blieben stets in Schlagdistanz. Als zum Ende hin auch die Dreipunktewürfe der Bamberger fielen, entwickelte sich ein packender Schlagabtausch, bei dem die Franken knapp die Oberhand behielten.
Sieben Sekunden vor Schluss erzielte der später zum MVP des TOP FOUR gekürte DeMarcus Demonia den entscheidenden Wurf zum Sieg. Den letzten Angriff der Berliner verteidigten die Bamberger konsequent, sodass Jack Kayil nur noch einen stark bedrängten Wurf abgeben konnte, der daneben ging und in der Bamberger Ecke des SAP Garden für pure Euphorie sorgte.
Mit zwei denkbar knappen Spielen krönten sich die Bamberger zum Pokalsieger und sorgten damit im zweiten Jahr in Folge für einen Überraschungssieg beim TOP FOUR.
Was bleibt für Oldenburg von diesem Wochenende?
Die EWE Baskets Oldenburg können stolz darauf sein, es bis ins TOP FOUR nach München geschafft zu haben. Aus dem Spiel nehmen sie die Erfahrung eines Do or Die Spiels vor großer Kulisse mit, ein Faktor, der im weiteren Saisonverlauf noch entscheidend werden kann.
Gerade wenn es zum Ende der Spielzeit um die Teilnahme an den Play Ins oder den Playoffs geht, dürfte diese Erfahrung wertvoll sein. Auch in möglichen Play In Partien kann ein solcher Auftritt helfen, mit Drucksituationen besser umzugehen.
Darüber hinaus hat die Veranstaltung insgesamt große Freude bereitet und Lust auf mehr gemacht. Das sollte zusätzliche Motivation für die kommende Saison sein, erneut den Einzug ins TOP FOUR anzupeilen.
Ausblick
Für die EWE Baskets Oldenburg heißt es nun, den Fokus vollständig auf die entscheidende Saisonphase zu richten und das TOP FOUR rasch abzuhaken. In einer so engen Tabelle wie in dieser Spielzeit ist weiterhin vieles möglich, selbst ein direkter Playoff-Platz bleibt in Reichweite.
Ein Vorteil für Oldenburg: Gegen fast alle direkten Konkurrenten im Rennen um die Playoff- und Play-In-Plätze stehen die direkten Duelle noch aus. Gegen Niners Chemnitz und die MHP RIESEN Ludwigsburg konnte man den direkten Vergleich bereits für sich entscheiden, lediglich gegen ratiopharm Ulm ging dieser verloren.
Jetzt gilt es, mit voller Motivation in den Saisonendspurt zu starten. Zum Auftakt steht ein Doppelspieltag an: Am Freitag, den 6. März, empfängt Oldenburg die Telekom Baskets Bonn in der großen EWE Arena mit dem klaren Ziel, wieder auf einen Play-In-Platz zu klettern. Nur zwei Tage später, am Sonntag, den 8. März, folgt das Derby gegen RASTA Vechta.
Dieses Jahr bietet das Top Four einiges an Tradition. Bamberg, München und Berlin bringen gemeinsam 22 Pokalsiege mit, während Oldenburg mit drei Finalteilnahmen glänzt, darunter der Pokalerfolg der EWE Baskets im Jahr 2015. Die Tradition wird besonders deutlich, wenn man betrachtet, wie oft bereits Finals stattfanden, in denen zwei der vier Mannschaften aufeinandertrafen. So spielten Alba Berlin und die EWE Baskets Oldenburg 2020 im Finale gegeneinander, das Berlin am Ende für sich entschied. Im zweiten Halbfinale treffen FC Bayern Basketball und die BMA 365 Bamberg Baskets aufeinander. Diese beiden Teams standen sich 2017 im Pokalfinale gegenüber, das die Bamberger in einem packenden Spiel knapp mit 74 zu 71 für sich entschieden und damit den Pokal gewannen.
In der Tabelle sind alle Finalduelle aufgelistet, in denen zwei der vier Mannschaften aus dem diesjährigen Top Four aufeinandertrafen:
Jahr
Sieger
Finalist
2023
FC Bayern München Basketball
EWE Baskets Oldenburg
2021
FC Bayern München Basketball
Alba Berlin
2020
Alba Berlin
EWE Baskets Oldenburg
2019
Brose Bamberg Baskets
Alba Berlin
2018
FC Bayern München Basketball
Alba Berlin
2017
Brose Bamberg Baskets
FC Bayern München Basketball
2016
Alba Berlin
FC Bayern München Basketball
2015
EWE Baskets Oldenburg
Brose Bamberg Baskets
2006
Alba Berlin
GHP Bamberg
In diesem Artikel analysiere ich die Statistiken der letzten zehn Spiele der vier TOP FOUR Teilnehmer in der BBL. Der Fokus liegt dabei auf dem Offensiv- und Defensivrating, der Wurfquote sowie den Rebounds.
Die Auswahl von zehn Spielen habe ich bewusst getroffen, um einen möglichst aktuellen Eindruck von der Form der Teams zu erhalten. Im Fall von Oldenburg konzentriere ich mich dadurch ausschließlich auf die Spiele unter Trainer Lazar Spasić und bei den Bayern unter Svetislav Pešić .
Anschließend folgt ein detaillierter Bericht zu jedem Team. Dabei wird jeweils der bisherige Saisonverlauf beschrieben, der Starspieler hervorgehoben, die aktuelle Form analysiert und ein Ausblick auf das TOP FOUR-Wochenende gegeben.
Offensiv Rating
Ein Blick auf das Offensivrating zeigt, dass am Wochenende in München die vier offensivstärksten Teams der vergangenen zehn Spiele aufeinandertreffen. Mit einem Offensivrating von 122,4 liegt Oldenburg knapp vor FC Bayern München mit 120,7. Dahinter folgt Alba Berlin mit 116,7, dicht gefolgt von den Bamberg Baskets. Gerade bei den EWE Baskets Oldenburg wird deutlich, wie gut das neu implementierte System unter Lazar Spasić funktioniert und welches Offensivpotenzial die Mannschaft dadurch freisetzen konnte. Die Abläufe wirken klarer, die Entscheidungsfindung schneller und die Effizienz ist spürbar gestiegen.
Auch die FC Bayern München haben sich unter Svetislav Pešić noch einmal gesteigert und ihr bereits unter Gordon Herbert starkes Offensivrating von 116 weiter verbessert.
Interessant ist zudem, dass beide Teams wieder vermehrt auf Post-up-Situationen setzen, um gezielt Missmatches auszunutzen und so Vorteile in der Eins-gegen-eins-Situation zu kreieren.
Beim TOP FOUR sind somit vier ausgesprochen offensivstarke Mannschaften vertreten. Das verspricht für die Zuschauer ein echtes Spektakel.
Die Wurfquoten
Ein Blick auf die Wurfquoten der vier Teams zeigt deutliche Unterschiede. Vor allem von der Dreierlinie stechen die EWE Baskets Oldenburg heraus, die starke 44,2 Prozent ihrer Würfe von außen verwandeln.
Das liegt zum einen an treffsicheren Schützen wie Chris Clemons und James Woodard, zum anderen aber auch an der Spielweise. Viele Würfe entstehen aus guter Ballbewegung oder durch konsequentes Ausnutzen von Vorteilen im Low-Post, wodurch häufig freie Dreier kreiert werden.
Foto: Ulf Duda / fotoduda.de
Im Zweipunktebereich ergibt sich hingegen ein anderes Bild. Hier ist der FC Bayern München die klar beste Mannschaft, nicht nur unter den TOP FOUR Teilnehmern, sondern ligaweit. Besonders dominant präsentieren sich die Münchener in der Zone. Über die letzten zehn Spiele verwerten sie dort starke 66,7 Prozent ihrer Abschlüsse bei durchschnittlich 26,7 Versuchen pro Partie.
Die Defensive
Ähnlich wie bei der Zweierquote dominiert der FC Bayern München auch in dieser Statistik das Feld. Mit einem überragenden Defensivrating von 94,8 sind die Münchener ligaweit Spitzenreiter.
Seit dem Trainerwechsel hat Svetislav Pešić die Mannschaft defensiv deutlich stabilisiert, sodass kaum ein Gegner ein konstantes Mittel findet, um zu scoren. Besonders in der Zone agieren die Münchener äußerst konsequent und lassen dort lediglich eine Wurfquote von 56,6 Prozent zu.
Rebounds
Von allen TOP FOUR Teilnehmern dominiert Alba Berlin die Kategorie der Offensivrebounds. Die Berliner sichern sich knapp 39 Prozent aller möglichen zweiten Chancen. Diese Stärke kommt nicht von ungefähr, denn Berlin setzt konsequent auf das sogenannte „Tagging up“.
Dabei suchen die Offensivspieler unmittelbar nach einem Wurf den körperlichen Kontakt zu ihrem direkten Gegenspieler, um sich Vorteile beim Rebound zu verschaffen und gleichzeitig den gegnerischen Fastbreak frühzeitig zu unterbinden. Dieses Prinzip spiegelt sich deutlich in der Offensiv-Rebound-Quote wider, in der Alba klar auf Platz eins liegt.
In der defensiven Reboundstatistik steht Berlin hingegen auf Rang zwei. Spitzenreiter ist der FC Bayern München mit starken 72 Prozent. Die Münchener geben damit im Schnitt nur jeden vierten möglichen Rebound in der eigenen Defensive ab.
BMA365 Bamberg Baskets
Vor der Saison hatten viele Experten die Bamberg Baskets eher im unteren Tabellendrittel gesehen, teilweise sogar mit Tendenz in Richtung Abstieg. Auch bei der Veröffentlichung der Liga-Etats sorgte Bamberg für Aufsehen, denn der Klub belegte überraschend den letzten Platz. Entgegen aller Prognosen spielt die Mannschaft jedoch eine starke erste Saisonhälfte.
Aktuell stehen die Bamberger bei einer Bilanz von 12 Siegen und 9 Niederlagen und belegen damit einen Play-In-Platz. Zudem hat sich das Team für das Halbfinale des BBL-Pokals qualifiziert. Die Kaderzusammenstellung ist Anton Gavel und seinem Trainerteam unter diesen Voraussetzungen hervorragend gelungen. Gavel selbst bringt reichlich Pokalerfahrung mit. Als Spieler gewann er den BBL-Pokal dreimal, alle Titel holte er mit dem Verein, den er nun als Trainer betreut.
Ibi Watson ist der klare Fixpunkt der Mannschaft. Mit 16,7 Punkten, 4,4 Rebounds und 2,8 Assists pro Spiel zeigt er eine starke Allround-Leistung. Auch sein Net Rating von +11,7 unterstreicht seine Bedeutung für das Team und ist zugleich der Bestwert im Kader. Vor allem offensiv prägt er gemeinsam mit Marcus Demonia das Spiel der Bamberger.
Auch die aktuelle Form spricht für Bamberg. Vier Siege aus den letzten fünf Partien belegen den positiven Trend unter Gavel. Darunter waren Erfolge gegen direkte Playoff-Konkurrenten wie MHP Riesen Ludwigsburg, Rostock Seawolves und Würzburg Baskets. Lediglich gegen Alba Berlin setzte es eine knappe Niederlage.
Die Chancen auf ein mögliches Finale erscheinen gegen den haushohen Favoriten aus München zwar gering. Doch wenn ein Team in dieser Saison die Erwartungen deutlich übertrifft, dann sind es die Bamberger mit dem kleinsten Etat der Liga. Warum also nicht auch im Pokal für die nächste Überraschung sorgen?
FC Bayern München Basketball
In der Bundesliga verläuft die Saison für die FC Bayern München bislang nahezu makellos. Mit 19 Siegen und nur zwei Niederlagen stehen die Münchener souverän an der Tabellenspitze. Dennoch waren sie nach Oldenburg erst das zweite Team, das in dieser Spielzeit den Trainer wechselte.
Ausschlaggebend war die Entwicklung in der EuroLeague, wo sich ein anderes Bild zeigte und die Mannschaft ihren eigenen Ansprüchen deutlich hinterherlief. Weltmeistertrainer Gordon Herbert musste den Verein daher kurz vor Weihnachten vorzeitig verlassen. Eine Serie von sieben Auswärtsspielen in Folge sowie mehrere Partien, in denen Herbert krankheitsbedingt fehlte, spielten dabei ebenfalls eine Rolle.
Als neuer Cheftrainer wurde anschließend der in der Bundesliga bestens bekannte Svetislav Pešić vorgestellt. Unter seiner Leitung stabilisierte sich das Team auch international wieder, sodass die Münchener inzwischen zumindest wieder eine realistische Chance auf die Play-Ins in der EuroLeague haben.
Der Starspieler ist schnell ausgemacht. Andreas Obst spielt eine überragende Saison. Besonders in der EuroLeague unterstreicht der Publikumsliebling seine Bedeutung für das Team. In den letzten neun Spielen erzielte er im Schnitt 21,2 Punkte bei einer starken Dreierquote von 45,6 Prozent.
Auch die aktuelle Form spricht für die Münchener. Vier Siege aus den vergangenen fünf Spielen zeigen, dass das Team rechtzeitig zum TOP FOUR in Fahrt kommt. Lediglich gegen Ratiopharm Ulm setzte es eine überraschende Heimniederlage.
In eigener Halle gehen die Münchener als klarer Favorit in das Pokalwochenende. Zudem dürfte die Halbfinalniederlage aus dem Vorjahr gegen den Syntainics MBC zusätzliche Motivation liefern. Vieles spricht für den FC Bayern. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, ob die Münchener dem Druck standhalten und im Traditionsduell gegen die Bamberg Baskets den Einzug ins Finale schaffen.
Alba Berlin
Für Pedro Calles und Alba Berlin verläuft die Saison bislang äußerst erfolgreich. Zwar verlor das Team zum Auftakt zwei der ersten drei Spiele, zudem wechselte nach diesen Partien der damalige Topscorer Boggie Ellis zum neuen EuroLeague-Teilnehmer Dubai Basketball.
Nach diesem holprigen Beginn ging es für die Berliner jedoch stetig bergauf. Die Mannschaft fand immer besser zusammen und steht mittlerweile mit 15 Siegen und 6 Niederlagen auf dem zweiten Tabellenplatz.
Auch mit dem Abschneiden in der Basketball Champions League können die Berliner zufrieden sein. Mit fünf Siegen und nur einer Niederlage gelang souverän der Einzug in die Round of 16. Dort stehen sie aktuell bei drei Siegen und einer Niederlage und sind auf Kurs in Richtung K.o.-Phase.
Bei den Berlinern spielt Jack Kayil eine herausragende Saison. Mit gerade einmal 20 Jahren zeigt er bereits, wie wichtig er in entscheidenden Momenten sein kann, und hat seinem Team mehrfach Spiele gesichert. Auch sein Net Rating von +11 unterstreicht seinen Wert für die Mannschaft.
Die Formkurve zeigt ebenfalls nach oben. Trotz einiger Verletzungsprobleme in den vergangenen Wochen holte Berlin vier Siege aus den letzten fünf Spielen. Lediglich gegen die Hamburg Towers setzte es eine Niederlage, wobei auch dort mehrere Leistungsträger fehlten.
Entscheidend wird sein, wie viele der verletzten Spieler rechtzeitig zurückkehren und in welcher Verfassung sie sich präsentieren. Sind alle Leistungsträger an Bord, ist der Einzug ins Finale absolut realistisch. Dort würde ein Duell egal gegen wen viel Tradition und Rivalität bieten. Zunächst aber muss Berlin die Hürde Oldenburg nehmen, gegen die man zum Jahresbeginn knapp verloren hatte.
EWE Baskets Oldenburg
Die ersten beiden Monate der Saison waren für die Fans der EWE Baskets Oldenburg ein echtes Auf und Ab der Gefühle. Im Pokal feierte die Mannschaft Erfolge und sicherte sich souverän den Einzug ins TOP FOUR. In der Liga hingegen gab es zunächst nur wenig Grund zur Freude.
Für ein historisches Highlight sorgte Chris Clemons, der im Spiel gegen die Gladiators Trier 52 Punkte erzielte und damit den Vereinsrekord von Tyron McCoy einstellte. Dieser Auftritt blieb zugleich der einzige Ligasieg unter Trainer Predrag Krunić.
Nach einer Bilanz von einem Sieg und acht Niederlagen kam es am 7. Dezember 2025 zur Trennung von Krunić. Co-Trainer Lazar Spasić übernahm daraufhin das Team. Seit dem Trainerwechsel präsentieren sich die Baskets deutlich stabiler. Mit acht Siegen und drei Niederlagen sind sie wieder auf Kurs in Richtung Play-In-Plätze.
Unter Spasić blühen mehrere Spieler auf. Besonders hervorzuheben ist erneut Chris Clemons, der zu Saisonbeginn noch Anlaufschwierigkeiten hatte, inzwischen jedoch immer besser in Fahrt kommt. In den letzten zehn Spielen liegt sein Offensivrating bei herausragenden 125,2. Zudem verwandelte er in dieser Saison bereits zwei Gamewinner, einen gegen Vechta zum Einzug ins TOP FOUR und einen weiteren gegen den Halbfinalgegner Alba Berlin.
Foto: Ulf Duda / fotoduda.de
Mit Blick auf die aktuelle Form ist Oldenburg allerdings das einzige Team der TOP FOUR Teilnehmer, das zwei Niederlagen aus den letzten fünf Spielen hinnehmen musste. Zudem hatten auch die Oldenburger zuletzt mit Verletzungen zu kämpfen. Im Spiel gegen Ratiopharm Ulm fehlten gleich vier Leistungsträger, drei davon verletzungsbedingt. James Woodard war aus erfreulichem Anlass nicht dabei, da er Vater wurde.
Entscheidend wird daher sein, dass die verletzten Spieler rechtzeitig zurückkehren. Gerade auf der Centerposition ist der Kader sonst sehr dünn besetzt. Sind alle Leistungsträger an Bord, ist ein zweiter Saisonsieg gegen Berlin durchaus realistisch. Ein weiterer Schlüssel dürfte der Dreipunktewurf sein. Fällt dieser hochprozentig, stehen die Chancen gut, ins Finale einzuziehen.
Ausblick
Das TOP FOUR verspricht hochklassigen Offensivbasketball. Betrachtet man die Offensivratings aller vier Mannschaften, dürfen sich die Zuschauer auf ansehnliche und punktreiche Partien freuen.
Im ersten Halbfinale sind die Rollen klar verteilt. Die Bamberg Baskets gehen als Underdog ins Duell mit dem klaren Titelfavoriten, dem FC Bayern München, und wollen für eine Überraschung sorgen.
Im zweiten Halbfinale dürfte es deutlich enger zugehen. Wenn sowohl die EWE Baskets Oldenburg als auch Alba Berlin personell aus dem Vollen schöpfen können, ist ein intensives und umkämpftes Spiel zu erwarten.
Am Sonntag spielt es dann keine Rolle mehr, wer ins Finale einzieht. Tradition ist in jedem Fall garantiert, und zugleich wird eine neue Geschichte geschrieben.
Im Theater bezeichnet die Generalprobe den letzten vollständigen Probedurchlauf vor der Premiere eines Stücks. Dabei wird das Werk genauso gespielt, wie es später aufgeführt wird, inklusive Kostümen, Technik und aller Abläufe.
Zugleich gibt es im Theater den Aberglauben, dass kleine Patzer während der Generalprobe Glück bringen und auf eine besonders erfolgreiche Premiere hindeuten.
Ein Blick auf das Spiel gegen Ratiopharm Ulm vom Mittwoch zeigte zahlreiche Patzer. Bereits vor dem Tip-off war die personelle Situation angespannt. Mit Michale Kyser, Dakarai Tucker und Filip Stanic fehlten gleich drei Spieler verletzungsbedingt. Zudem war James Woodard aus einem erfreulichen Grund abwesend, denn er wurde Vater.
Im Spiel selbst häuften sich die ärgerlichen Momente, und auch ein Blick auf die Statistik macht die Probleme deutlich. Oldenburg kam lediglich auf neun Assists und traf aus dem Zweierbereich nur 29 Prozent seiner 35 Versuche. Auch die Foulstatistik fiel ungünstig aus. 23 Fouls auf Oldenburger Seite standen 15 auf Seiten der Ulmer gegenüber. Hinzu kamen ein unsportliches Foul gegen Nico Tischler sowie jeweils ein technisches Foul gegen Lazar Spasić und Tomislav Zubčić.
Schaut man auf das erste Viertel, wollte bei Oldenburg kaum etwas gelingen, während bei Ratiopharm Ulm nahezu alles funktionierte. Entsprechend deutlich ging der Abschnitt mit 31:8 an die Ulmer. Diesem frühen Rückstand liefen die Oldenburger über die gesamte Partie hinterher, sodass sie ihre Generalprobe letztlich verdient mit 79:101 verloren.
Einsatzzeit Positiv hervorzuheben ist, dass durch die angespannte Personalsituation Ralph Honnou und Joel Harm umfangreiche Einsatzzeiten erhielten. Beide hatten in dieser Saison bislang nur wenige Minuten gesammelt, standen gegen Ulm jedoch sogar in der Starting Five und bekamen jeweils rund 17 Minuten Spielzeit.
Viel mehr bleibt zu diesem Spiel kaum zu sagen. Nun gilt es, die Partie schnell abzuhaken und den Fokus voll auf das Top Four zu richten.
Ausblick
Kommt man noch einmal auf den Beginn des Artikels und den Vergleich mit dem Theater zurück, bleibt die Hoffnung auf die übernatürlichen Kräfte des Aberglaubens. Vielleicht lässt sich die missglückte Generalprobe tatsächlich als gutes Omen deuten und der Blick auf das TOP FOUR in München fällt entsprechend positiv aus.
Kurz vor dem TOP FOUR steht am Mittwoch noch einmal ein schweres Auswärtsspiel an. Tipp-off ist um 18:30 Uhr in der Ratiopharm Arena gegen den Playoff-Finalisten der vergangenen Saison aus Ulm.
Ausgangslage
Mit 8 Siegen aus den letzten 10 Spielen zeigt die Formkurve weiter nach oben. Auch stehen die Oldenburger nach dem starken Heimsieg auf dem 10ten Platz und damit das erste mal diese Saison auf einem Play-In Platz. Mit einem Auswärtssieg gegen die Ulmer, könnten die Baskets sogar auf eine ausgeglichene Bilanz von 10 Siegen und 10 Niederlagen stellen.
Die Saison der Ulmer ist hingegen von Auf und Ab sowie Verletzungen geprägt. Nur zwei Spieler haben bisher alle 20 Partien bestritten, immer wieder fielen einzelne Akteure mit kleineren oder größeren Verletzungen aus. Auch die letzten Spiele zeigten ein wechselhaftes Bild. Vor drei Spielen besiegten die Ulmer noch den FC Bayern München und fügten ihnen die erste Heimniederlage der Saison zu. Anschließend gewann die Mannschaft von Ty Harrelson gegen Trier, verlor danach jedoch überraschend in Vechta.
Schon vor dem Bayern-Spiel gab es zudem überraschende Niederlagen gegen die Kellerteams Hamburg und Heidelberg. In diesen Spielen musste Ulm aufgrund von Verletzungen mit einer stark reduzierten Rotation antreten, in Hamburg nur mit sechs und in Heidelberg mit sieben Spielern. Trotz dieser Schwierigkeiten stehen die Ulmer aktuell auf Platz sieben mit einer Bilanz von 11 Siegen und 9 Niederlagen.
Keys to win
Rebounds
Energie der Ulmer matchen
Offensive zum Laufen bekommen
Foto: Ulf Duda / fotoduda.de
Gegen Ludwigsburg haben die Oldenburger 16 offensiv Rebounds abgegeben. Schaut man jetzt auf das letzte Spiel der Ulmer, dann haben diese 20 Offensiv Rebounds geholt. Für Oldenburg gilt es also gegen die Ulmer sich am defensiven Brett zu verbessern und Ulm in heimischer Halle zu viele Wurfchancen zu geben.
Stichwort heimische Halle. Am Samstag unterlagen die Ulmer bei Rasta Vechta und werden nun darauf aus sein, vor heimischem Publikum eine Reaktion zu zeigen. Entsprechend ist mit viel Energie und Intensität zu rechnen. Für Oldenburg wird es entscheidend sein, diese Energie von Beginn an zu matchen.
Auf die Oldenburger Offensive, die in den vergangenen zehn Spielen die beste der Liga war, wartet nun eine echte Bewährungsprobe. Mit Ulm geht es gegen das zweitbeste Defensivteam dieses Zeitraums direkt hinter dem FC Bayern München Basketball mit einem starken Defensivrating von 96,3. Hier wird sich zeigen, wie gut die Oldenburger offensiv ins Spiel finden und ob sie ihre derzeitige Form auch gegen eine derart stabile Verteidigung bestätigen können. Spannend wird dabei auch die Dreierquote der Oldenburger. Ulm erlaubt gegnerischen Teams lediglich 29,9 Prozent von jenseits der Dreierlinie und ist damit Ligaspitze. Oldenburg hingegen stellt mit starken 39 Prozent die beste eigene Dreierquote der Liga.
Ausblick
Interessant wird es zu sehen sein, ob die Oldenburger Offensive auch gegen eine so starke Defensive wie die der Ulmer ins Rollen kommen kann. Ein Sieg wäre dabei äußerst wichtig, um weiterhin im Bereich der Play-In-Plätze zu bleiben und mit einem guten Gefühl nach München zu reisen.